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2 September 2013, 22:19

Berlin demonstriert gegen ein militärisches Eingreifen im Syrienkonflikt

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STIMME RUSSLANDS In Berlin demonstierte am Sonntag ein breites Bündnis von Gewerkschaften, Kirchenorganisationen und Friedensaktivisten gegen ein militärisches Eingreifen im Syrienkonflikt. Die STIMME RUSSLANDS sprach mit dem Autor Jürgen Grässlin über die Ziele der Veranstaltung.

Im Rahmen der Demonstration am Brandenburger Tor, an denen neben Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International auch ein breites Spektrum an Parteien, Kirchenverbänden und Gewerkschaften teilnahm, gab der Autor Jürgen Grässlin eine Lesung aus seiner jüngsten Veröffentlichung "Schwarzbuch Waffenhandel". Er erläuterte uns worum es den Demonstranten ging.

"Bei den gestrigen bundesweiten Demonstrationen und auch am Brandenburger Tor stand die Frage im Mittelpunkt, in wie fern militärisches Eingreifen oder zivile, nichtmilitärische Konfliktlösungen im Syrienkonflikt, man könnte auch Bürgerkrieg sagen, angebracht sind. Die Friedensbewegung, die Menschenrechtsbewegung ist auf die Straße gegangen, um zu sagen: Gewalt erzeugt nur Gegengewalt."

Außerdem erläutert Jürgen Grässlin die Befürchtungen der Friedensaktivisten am Beispiel eines möglichen US Militärschlags, ohne der Syrischen Regierung ihre Mitschuld an der aktuellen Lage absprechen zu wollen.

"Wenn die USA jetzt militärisch eingreifen würden, womöglich unterstützt von französischen und anderen Truppen, befürchten wir als Friedensbewegung eine Eskalation der Gewalt. Müssen aber umgekehrterweise deutlich formulieren, dass das Regime Assad schwerste Menschenrechtsverletzungen begangen hat."

Zu den Forderungen der Demonstranten gegenüber der Bundesregierung, muss Jürgen Grässlin den Blick von Syrien auf die anderen Regionalmächte erweitern, ohne die man die momentane Lage nicht verstehen könne.

"Erstmal muss man sagen, dass Deutschland keine Waffen direkt an Syrien geliefert hat. Aber es wurden über Jahre und Jahrzehnte Waffen an angrenzende Staaten und andere Länder im Nahen- und Mittleren Osten hochgerüstet, unabhängig von der dortigen Menschenrechtslage. Teilweise wurden auch verfeindete Staaten beliefert, wie zum Beispiel Saudi Arabien und Israel."

Man kann nur hoffen, dass die USA auch weiterhin auf nichtmilitärische Mittel setzen werden. Denn das Pulverfass auf dem die Nationen des Nahen Ostens sitzen, wurde von ihren befreundeten Nationen gut gefüllt. Dieses Pulverfass steht auf den Schultern derer, die keine Waffe in der Hand haben, der Zivilbevölkerung der Länder zwischen dem Mittelmeer und dem Persischen Golf.

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