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11 November 2013, 20:37

Schiefergas droht Europa mit Umweltkatastrophe

Schiefergas droht Europa mit Umweltkatastrophe

STIMME RUSSLANDS Die Einführung der amerikanischen Technologien zur Erschließung von Schiefergas könnte zu einer Umweltkatastrophe in Europa führen. Zu dieser Schlussfolgerung sind Umweltschutzorganisationen gekommen. Washington fördert weltweit sehr aktiv seine Technologien zur Förderung von Schiefergas, um eigene Unternehmen zu unterstützen. Indessen sinkt das Interesse an diesem Thema in den USA selbst.

Das Problem liegt darin, dass die Technologien zur Förderung von Schiefergas sehr gefährlich sind. Das Gas wird mithilfe der so genannten hydraulischen Rissbildung gewonnen. Durch Richtbohren entstehen horizontale Bohrlöcher, die die Austrittsfläche für das im Schiefergestein eingelagerte Erdgas erhöhen. Eine unter hohem Druck eingepresste Flüssigkeit („Fracfluid“: Wasser, Sand und Chemikalien) erzeugt rund um den Bohrstrang gasdurchlässige Strukturen. Teilweise enthalten die dabei eingesetzten Chemikalien krebserregende Verbindungen wie Benzol. Gegen das Fracking gibt es massive Umweltschutzbedenken. Das Problem wird dadurch schwieriger, dass die Inbetriebnahme der Bohrlöcher befristet ist, erklärt der Direktor des Instituts für die nationale Energiewirtschaft Sergej Prawosudow.

"Die Produktivität sinkt auf 80-90 Prozent nach zwei Jahren und diese Bohrlöcher werden verlassen. Das ganze Gebiet, wo das Schiefergas gefördert wird, ähnelt der Mondlandschaft."

Es gibt sogar das Risiko, dass Methangas in die Atmosphäre freigesetzt wird, es gibt auch seismologische Gefahren, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Energieforschungen Swetlana Melnikowa. Die Probleme sind offensichtlich, doch inwieweit sie ernsthaft sind, muss noch herausgefunden werden.

"Es genügt nur zu sagen, dass die US- Umweltschutzbehörde noch keinen Bericht über die Einschätzung des Schadens des Frackings vorgestellt hat, obwohl die Arbeiten bereits seit sieben Jahren laufen."

In den USA arbeiten die Unternehmen, die die Fracking-Ausrüstung herstellen, sehr aktiv mit der Bevölkerung. Sie zahlen einfach Geld an die Grundstücksbesitzer, auf deren Territorium die Arbeiten durchgeführt werden. Dazu kommt noch, dass Schiefergas in den USA in wenig besiedelten Gebieten gefördert wird. In Europa gibt es sehr wenige solche Gebiete. Die Folgen der Förderung von Schiefergas werden dort spürbarer sein. Um seine Firmen zu unterstützen, fördert Washington die Erschließung von Schiefergas im Ausland.

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