Die Redaktion der STIMME RUSSLANDS hat sich mit dem Team von RIA Novosti vereinigt und gemeinsam ein modernes Markenzeichen des 21. Jahrhunderts – SPUTNIK – gegründet. Wir setzen unseren digitalen Informationsdienst fort und werden auch weiter den hohen journalistischen Standards folgen. Besuchen Sie unsere neue Webseite!
28 November 2013, 23:18

Russische Filmwoche findet in Berlin statt

Der Film "Legende Nr. 17"

Der Film "Legende Nr. 17"

Der Film "Legende Nr. 17"

Herunterladen

STIMME RUSSLANDS Was vereint Eishockey-Stars, Kriegsheimkehrer und Priester in der Provinz? Die Russische Filmwoche in Berlin! Vom 27. November bis 4. Dezember findet in Berlin bereits zum 9. Mal das Festival statt. Dieses Jahr sehen Filmfreunde 16 neue Filmproduktionen – und erstmals auch Kurz- und Animationsfilme für Kinder. Alexandra Gurkova war bei der Eröffnung und der Filmwoche dabei.

Schlange am Eingang, Schlange zur Kasse, Schlange zur Garderobe und Schlange zum Kinosaal. So erlebt das Kino „International“ in Berlin zum siebten Mal die Eröffnung der russischen Filmwoche. Die Organisatoren stellen lange Wartelisten zusammen. Auch zehn Minuten nach dem Anfang erhoffen viele noch ein Ticket für den Film „Der Geograf, der den Globus versoff“ zu bekommen. Meistens aber ohne Erfolg.

Währenddessen über 600 Zuschauer dem Schicksal eines Mannes in der Midlife-Crisis folgen, erzählt der Regisseur des Filmes Alexandr Veledinsky der STIMME RUSSLANDS im Foyer, was der Film für ihn bedeutet.

"Für mich ist es ein Film über den Menschen, der keine Gemeinheiten machen kann. Er kann um sich herum nur Liebe verbreiten. Ja, er ist unverantwortlich. Aber er macht alles wegen der Liebe, der Liebe zugunsten und für die Liebe. Wenn Du deine Frau nicht lieben kannst, liebst du auch nicht deine Heimat. Wenn du Deine Heimat nicht liebst, dann kannst Du deine Frau nicht lieben. Alles ist verbunden. Wenn Du diese Erde, diesen Planet, diesen Fluss, dieses Wasser, diesen Ozean nicht liebst, dann existierst Du nicht. Der Begriff der Liebe ist umfassend. Und es geht mir nicht um die körperliche Liebe."

Der „Geograf, der seinen Globus versoff“ wurde in der Ural-Region in den zwei letzten Jahren in nur 33 Tagen gedreht. Doch eine gewisse Spontanität am Drehort hat der Qualität nicht geschadet. Im Herbst 2013 wurde der Streifen nicht nur zum Kassenerfolg in Russland, sondern hat auch den Hauptpreis des Kinofestivals in Cottbus für Osteuropäische Filme abgeräumt.

"Die Europäer nehmen den Film als eine reine Komödie wahr. Leute, die in Russland leben oder gelebt haben, weinen auch, wenn sie sich diesen Film anschauen. Die Russen haben eine feinere Wahrnehmung. In Paris haben mich Filmverleiher angesprochen, zur Zeit haben wir Verhandlungen. Ich weiß es nicht, wie es in Deutschland aussehen wird. Ich würde mich freuen, wenn der Film auch hier gezeigt wird." 

Auch die Zuschauer der russischen Filmwoche bleiben bei dem Film nicht gleichgültig. In bester Tradition des sowjetischen Kinos und gleichzeitig äußerst aktuell - so scheint „der Geograf“ dem deutsch-russischen Publikum. Nach dem Applaus bleibt man im Saal, um am Gespräch mit dem Regisseur teilzunehmen und unter anderem über das heutige Russland zu reden.

"Ich fand die Umsetzung wunderschön. Eine etwas respektlose städtische Umgebung und diese natürliche Wildheit. Und auch der Eigenrespekt der Jugendlichen, der da aufkommt. Würden Sie sich eine natürlichere Wildheit in Russland wünschen?"

Alexandr Veledinskij zögert nicht mit der Antwort. Vor dem Film hat er 1500 Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren in der Ural-Region gecastet. Drei davon wurden zu den Hauptdarstellern. Aber nicht nur alleine die Arbeit mit 30 jungen Schauspielern macht Veledinskij optimistisch.

"Sie sind schon bereits freier als wir. Ich kann die Situation gut einschätzen, denn ich habe vier Kinder. Im Film stellt die Lehrerin die Frage an den Hauptdarsteller: können Sie Kinder erziehen? Der Darsteller sagt: „Ja klar, ich habe eine Tochter“. Ich habe vier Kinder, ich schaue mir die an und ich sehe, sie sind tausendmal freier als wir. Und das ist wunderschön."

Bis zum 4. Dezember noch ist „Der Geograf, der den Globus versoff“ in zwei Berliner Kinos zu sehen. Ebenso wie die 15 anderen Werke russischer Regisseure. Die Russische Filmwoche stellt dieses Jahr wieder eine breite Palette verschiedener Stilrichtungen vor – vom Unterhaltungsfilm, über Drama bis zum geliebten Arthouse-Film á la Russe, betont die Programmleiterin des Festivals Julia Kuniß. Für jeden Geschmack und feinster Qualität. Direkt aus Russland.

  •  
    teilen im: