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13 Dezember 2013, 20:25

Eisschnellläuferin Bente Kraus: Ich freue mich wahnsinnig auf Sotschi

STIMME RUSSLANDS In zwei Monaten geht es los nach Sotschi. Die deutsche Olympiamannschaft trainiert hart, um das Sotschi-Gold der Winterspiele 2014 zu gewinnen. Auch Bente Kraus aus Berlin träumt von der bestmöglichen Leistung in ihrer Sportdisziplin Eisschnelllauf. Die 24-Jährige Eisschnellläuferin erzählt in einem Gespräch mit der STIMME RUSSLANDS von ihrem Weg in den Sport und ihren Erwartungen von den kommenden Winterspielen in Sotschi 2014.

Du kommst aus einer Sportlerfamilie. Dein Vater ist Eisschnelllauf-Trainer und deine Mutter ist selbst auf dem Eis gelaufen. War dein Weg in den Sport schon vorprogrammiert?

Das würde ich nicht sagen. Meine Eltern haben mich nie gezwungen, in den Sport zu kommen. Also, nicht aus negativen Gründen, aber sie meinten, wenn ich das nicht mag, dann muss ich nicht Eisschnellläuferin werden. Wir hatten Freunde, die uns über Umwege in die Eishalle mitgenommen haben. Mein Vater hat die Jungs unserer befreundeten Familie begleitet, die dort Training hatten. Mein Papa meinte, dass ich nicht nur immer zugucken muss, sondern auch mit dem Training anfangen kann. Also, über diesen Weg bin ich zum Eisschnelllauf kurz vor der 1. Klasse gekommen.

Bitte erklär uns was der Eisschnelllauf eigentlich ist.

Eisschnelllaufen tut man auf einer 400m-Bahn. Verschiedene Distanzen von 500 bis 10.000 Metern im Männer- und Frauenbereich werden absolviert.

Das heißt der, der zuerst ins Ziel kommt, hat gewonnen?

Ja, genau! Es ist völlig uninteressant wie man läuft, da im Grunde alle die gleiche Technik laufen. Der, der als Erster über der Ziellinie ist, hat gewonnen. Es gibt natürlich immer Regeln, die eingehalten werden müssen, aber bei dem die Uhr am schnellsten stehen bleibt, ist der Gewinner.

Wie sieht dein Training aus und wo trainierst du?

Ich trainiere in Berlin-Hohenschönhausen, im Sportforum. Dort haben wir eigentlich alle Möglichkeiten, die wir benötigen.

Eisbären Juniors Berlin heißt der Verein oder?

Ja, das ist mein Verein, für den ich laufe und als Zweitmitglied bin ich noch im Sportclub Berlin. Damals habe ich dort auch mit dem Eisschnelllaufen begonnen und habe den Weg zu den Eisbären gesucht. Aus Verbundenheit habe ich jedoch die Zweitmitgliedschaft beim Sportclub Berlin gelassen. Mehrere Vereine Berlins sind dort auf einem Gelände vorzufinden.

Wie oft trainierst du? Jeden Tag? Oder gibt es Ausnahmen, zum Beispiel an den Feiertagen?

Doch, doch! Im Moment ist es jeden Tag. In den letzten Jahren auch jeden Tag. Vor allem in diesem Winter, wo die Olympischen Spiele vorstehen, muss man jeden Tag trainieren. Man macht auch keine Ausnahmen für Feiertage, aber es hält sich alles im Rahmen. Wir finden auch unsere Ruhe und schöne Momente.

Die Bundeswehr ist dein Sportförderer und Arbeitgeber. Wie sieht das konkret aus? Bist du eine richtige Soldatin?

Im Grunde genommen, ja. Wir sind Sportsoldaten und sind bei der Bundeswehr eingestellt. Man hat 70:30 Prozent Rhythmus. Das heißt, man ist zu 70 Prozent Sportler und zu 30 Prozent gehört man dem Militär. Das bedeutet, dass die überwiegende Zeit im Jahr, die sich auf 10 Monate beläuft, dem Sport zuteilt ist. Ab April haben wir dann Lehrgänge, die wir bei der Bundeswehr absolvieren müssen. Man muss das machen, falls wir benötigt werden. Das heißt, wir können eingesetzt werden, sollte etwas Schlimmeres passieren.

Heißt es, du kannst auch nach Afghanistan geschickt werden?

Nein. Als Sportler kannst du nicht nach Afghanistan geschickt werden. Wenn man sich nach dem Sport entscheidet bei der Bundeswehr zu bleiben, dann verpflichtet man sich. Aber als Sportsoldat wirst du nicht ins Ausland geschickt. Das heißt, man ist lediglich als Sportler im Ausland.

Dafür fährst du auch nach Sotschi! Was erwartest du von Sotschi und von den Winterspielen?

Letztes Jahr durfte ich schon reinschnuppern, da wir die Einzelstreckenmeisterschaften dort hatten, als Generalprobe sozusagen. Natürlich war mein großes Ziel, dass man später auch zu den Winterspielen nach Sotschi fährt. Der Weg dahin ist aber nicht so einfach. Man muss Qualifikationskriterien in den laufenden Weltcups bestehen, die ich aktuell erfüllt habe. Ich bin jetzt erstmal wahnsinnig froh dabei zu sein, nach dem Slogan „dabei zu sein ist alles“, jedoch möchte ich nicht sagen, dass ich nur dabei sein möchte, sondern natürlich die bestmögliche Leistung dort abrufen will. Ich werde die 3.000m-Strecke laufen. Das Wichtigste ist aber auch das Ganze dort aufzusaugen und zu genießen. Ich möchte auch andere Sportler treffen.

Weißt du schon, gegen wen du in Sotschi startest?

Eigentlich nicht. Wir haben Kriterien im Eisschnelllaufen, wo es Zeitlisten gibt, von den Zeiten die wir über die jeweilige Strecke gelaufen sind und in der Reihenfolge, wie man dort platziert ist, wird normalerweise auch ausgelost. Ich weiß jedoch nicht, ob es dieses Mal so gemacht wird, aber im Grunde steht mein Gegner schon fest. Ob es wirklich so passiert, wird man erst in Sotchi sehen.

Dein Geburtstag ist am 21. Februar und an dem Tag wirst du in Sotschi sein. Hast du schon besondere Pläne für die Geburtstagfeier in Sotschi?

Ja, das stimmt. Das sind auch die letzten Tage der Winterspiele in Sotschi und auch die beiden Tage, wo ich mit meinen Wettkämpfen schon fertig bin. Wir werden sicherlich…

Feiern!

Ja, feiern und den Abschluss dort genießen!

Hast du einen Glücksbringer, einen Talisman, den du mitnehmen wirst?

Ich habe eine Schlittschuhkette, die ich immer trage, seitdem ich mit dem Eisschnelllaufen begonnen habe. Diese Schlittschuhkette lege ich nie ab. Ich habe sie immer dabei und dazu habe ich noch einen kleinen Eisbären als Talisman. Das sind die beiden wichtigsten Dinge, die ich immer dabei habe.

Dann wünsche ich dir viel Spaß in Sotschi und drücke dir die Daumen, dass du als Erste ins Ziel kommst!

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