Willy 100 – Im Zweifel für die Freiheit

Herunterladen

STIMME RUSSLANDS Am 18. Dezember wäre Willy Brandt 100 Jahre alt geworden. Zu diesem runden Jubiläum hat der Theaterregisseur Johann Jakob Wurster ein Theaterstück in Berlin uraufgeführt. Dieses soll zeigen, wie aus dem jungen Mann Brandt ein Held und Widerstandskämpfer wird.

STIMME RUSSLANDS

Willy Brandt ist einer der wenigen deutschen Politiker, die weltweit positives Ansehen genossen haben. Von Anfang an stand Brandt auf der richtigen Seite, als das Land sich den nationalsozialistischen Ideen anvertraute. Jedoch wissen viele nichts über die Episode, als Brandt im Oktober 1936 inkognito nach Berlin angereist ist. Der 22-jährige Exilant Brandt hat sich dem Widerstandskampf gegen Adolf Hitler angeschlossen und riskierte somit sein Leben. Diese fast in Vergessenheit geratene Episode stellt der Regisseur Johann Jakob Wurster in den Blickpunkt seines Theaterstücks.

"Es gab eine große Kampagne in den 60er Jahren gegen Willy Brandt und deswegen hat er selber gar nicht mehr darüber gesprochen. Es ist einfach totgeschwiegen worden. Es hat niemanden interessiert und er hat gesagt: Dann rede ich einfach nicht darüber. Wir haben mit der Willy Brandt-Stiftung nach dem Material aus der Zeit und nach den Quellen gesucht. Wir sind fündig geworden und haben daraus ein Theaterstück gemacht." 

Es ist wichtig, dem Publikum den wahren Brandt zu zeigen, der zu einer Ausnahme in der deutschen Geschichte gehört. Die meisten Politiker des Nachkriegsdeutschlands haben sich während des NS-Regimes falsch entschieden. Somit wollten sie die Kampfjahre von Brandt im Widerstand vertuschen. Der Regisseur Johann Jakob Wurster will mit seinem Theaterstück zeigen, dass nicht alle Politiker korrupt sind, und Willy Brandt ist ein passendes Bespiel für einen Politiker mit Zivilcourage.

"Für viele Leute sind Politiker merkwürdige Zeitgenossen. Das heißt, für viele sind Politiker schmierig, ungerecht und käuflich. Mit unserer Episode zeigen wir, dass Willy Brandt Zivilcourage hatte. Er hatte Mut, sich einzumischen, und er hat von ganz unten selber im Widerstand gearbeitet. Er ist kein käuflicher Politiker gewesen, sondern er ist ein Politiker gewesen, der einen Freiheitswillen hatte. Mit diesem Freiheitswillen hat er viel bewegt in den späteren Jahren."

Das Theaterstück „Im Zweifel für die Freiheit“ soll auch der jüngeren Generation zeigen, dass es Leute gab, die sich mit den nationalsozialistischen Ideen nicht identifizieren konnten. Leute, die Zivilcourage hatten und das eigene Leben riskiert haben.

Das Theaterstück „Willy 100 – Im Zweifel für die Freiheit“ wird im Neuen Standhaus in Berlin aufgeführt.

Das Stück wird noch bis zum 15. Januar gespielt. Alle weitere Infos finden Sie auf www.willy100.de.