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27 Januar 2014, 21:13

Filmpremiere zum Gedenktag an die NS-Opfer

Filmpremiere zum Gedenktag an die NS-Opfer
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STIMME RUSSLANDS Am 27. Januar, 70 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, gedenkt die Welt den Opfern des Nationalsozialismus. Zu diesem Anlass wird die Dokumentation „Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma'abarot“ im Berliner Kino Babylon gezeigt. Ein Film über fünf KZ-Überlebende, deren Leben nach der Befreiung in einem Kibbuz neu begonnen hatte.

Das Dritte Reich hat ihre Familien vertrieben. Mehrere Monate verbrachten sie in Vernichtungslagern mit der Hoffnung, befreit zu werden. Nach ihrer Befreiung ist es den Überlebenden gelungen, über lange Umwege ins damalige Palästina zu kommen. In diesem neuen Zufluchtsort haben sie sich einen sozialistischen Alltag eingerichtet – das Leben in einem Kibbuz.

Diese Geschichte hat die Frankfurter Filmgruppe Docview inspiriert. Sieben freischaffende Filmemacher packten ihre Koffer und flogen nach Israel. Wochenlang begleiteten sie die fünf Protagonisten - der Jüngste von ihnen war zu diesem Zeitpunkt schon 82 alt. Umso wichtiger war es für das Frankfurter Filmteam, diese Geschichten mit der Kamera festzuhalten – für die nächsten Generationen. Fünf Überlebende mit ganz unterschiedlichen Erinnerungen an die Nazi-Diktatur und die Deportationen. Doch der Fluchtweg hatte bei allen das gleiche Ziel – das Gelobte Land. Von dem Weg ins neue Leben erzählten die Protagonisten dem Kameramann Jaška Klocke.

"Zwei Cohen, einer der Protagonisten ist bis 1943 mit seinen Eltern in Berlin gewesen. Er hat zwei Jahre lang in der Zehdenicker Straße in Berlin gelebt und konnte die letzten anderthalb Jahre seine Wohnung nicht verlassen. Gemeinsam mit seinen Eltern ist er nach Theresienstadt deportiert und 1945 befreit worden."

Foto: Docview

Nach der Befreiung ist Cohens Familie nach Palästina gegangen. Im Kibbuz Ma‘abarot haben sie vor über 65 Jahren ein neues Leben begonnen. Wie auch viele andere Überlebende, die im Kibbuz ihr zweites Zuhause gefunden haben und sich seitdem den Alltag teilen. Auch das Filmteam wollte sich an die Kibbuz-Prinzipien halten: gegenseitige Unterstützung und keine klare Aufgabenverteilung, erklärt Jaška Klocke.
"Unsere Überlegung war so, dass wir den Film in Anlehnung der Kibbuz-Organisationsform gestalten. Wir wollten die Aufgaben so verteilen, dass wir keinen festen Regisseur oder Kameramann haben."

Das Filmteam hat von der Ideenentwicklung bis zur Postproduktion fast 3,5 Jahre gebraucht. Das Resultat dieser bemerkenswerten Dokumentation konnten sich schon die Zuschauer in Israel und in Frankfurt anschauen. Einer der Protagonisten, Zwi Cohen, ist sogar zu der Frankfurter Filmpremiere nach Deutschland gekommen. Nun empfängt Berlin das Filmteam und seine Dokumentation.

Am 27. Januar, dem Gedenktag an die Befreiung von Auschwitz, wird der Film „Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma'abarot“ im Berliner Kino „Babylon“ gezeigt.

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