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20 Februar 2014, 20:09

Russisches Wolkenkratzer-Video macht Chinas Polizei nachdenklich

STIMME RUSSLANDS Die chinesische Polizei trifft zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, nachdem zwei Russen unbefugt und ohne Sicherung auf den 632 Meter hohen Shanghai Tower geklettert sind. Der im Bau befindliche Wolkenkratzer ist das zweithöchste Gebäude der Erde. Das Video auf YouTube wurde sofort ein Hit.

Wie der Roofer Wadim Machorow berichtete, gelangte er zusammen mit Witalij Raskalow heimlich an die Baustelle. Das war an einem Feiertag, als die Chinesen nicht arbeiteten. Die beiden brauchten nach eigenen Angaben zwei Stunden, um die 120 Stockwerke des Wolkenkratzers zurückzulegen. Dann kletterten sie auf den Ausleger eines Krans. Die Russen hatten keine Bergsteigerausrüstung, um sich abzusichern. Trotzdem behaupteten sie später, keine Angst gehabt zu haben.

Zuvor hatten die beiden Kletterer bereits den Eiffelturm, die Kathedrale Notre-Dame de Paris, den Kölner Dom und Dutzende weitere Hochhäuser in Russland, Europa und Asien bestiegen. Nicht immer verlief alles reibungslos. Letztes Jahr mussten sie sich etwa vor Sicherheitskräften verstecken, um auf die Cheops-Pyramide zu klettern. Nach jenem Abenteuer schrieb Raskalow in seinem Blog: „Ich bin erst 20, habe aber schon hunderte Geschichten gesammelt, um künftig über meine spektakuläre Jugendzeit zu erzählen.“

Nun stellten die Russen die Bilder is Netz, wie sie ganz oben auf dem Kran in Shanghai sitzen. Die Fotos sorgten sofort für großes Aufsehen. Auf YouTube wurde das Video 20 Millionen mal aufgerufen. Auf dem chinesischen Videoportal Youku kassierte die Aufnahme mittlerweile mehr als zwei Millionen Klicks, wie die „China Daily“ berichtete. Viele Chinesen bezeichneten die Aktion der Russen als atemberaubend. Einer kommentierte beispielsweise, ein solcher Mut könne nur angeboren sein.

Manche Internetnutzer kritisierten aber auch die Sicherheitsmaßnahmen an der Baustelle. „Und was wäre, wenn die Terroristen so etwas tun?“, so ein Kommentar. Die Polizei von Shanghai scheint ähnliche Befürchtungen zu haben. Sie teilte mit, eine Untersuchung sei eingeleitet worden, und mahnte alle Baufirmen der Stadt zu schärferen Sicherheitsvorkehrungen.

Ausländische Roofer nehmen chinesische Wolkenkratzer längst ins Visier. Seit der Eröffnung des 420 Meter hohen Jin Mao Tower in Shanghai wurden fünf Versuche gemeldet, darauf zu klettern. 2007 gelang das etwa dem Franzosen Alain Robert. Er wurde deswegen für fünf Tage festgenommen und aus dem Land abgeschoben.

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