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21 Februar 2014, 15:50

Uranus und Pluto: Die „Eisriesen“ bleiben vorerst unerreichbar

Uranus und Pluto: Die „Eisriesen“ bleiben vorerst unerreichbar

STIMME RUSSLANDS Uranus und Neptun konnten bisher kaum genau erforscht und beobachtet werden. Ein Team von Wissenschaftlern aus den USA und Europa hat versucht, dies zu ändern.

Bei der ESA wurde ein Antrag auf die ONIMUS-Mission gleich zu den beiden Planeten im Rahmen des Projekts Cosmic Vision gestellt. Obwohl diese Idee keine Unterstützung fand, steht die Erforschung der beiden fernen Eisriesen unseres Sonnensystems weiterhin auf der Tagesordnung. Den Grund dafür erklären die ODINUS-Autoren.

Das Dokument unter dem Titel „Der wissenschaftliche Fall der Mission zu den Eisriesen und deren Monden“ landete am 13. Februar im Archiv. Darin wird nicht so sehr die ODINUS-Mission beschrieben, die an der der ESA-Ausschreibung für die Starts 2028 oder 2034 vorgelegt wurde, sondern vielmehr auf die die Fragen eingegangen, die man beantworten könnte, wenn man den Uranus und den Neptun gleichzeitig mit gleichen Raumapparaten erforschte. Die Autoren des Dokuments sind Mitarbeiter von europäischen und US-amerikanischen wissenschaftlichen Organisationen.

Die beiden Eisriesen kennt man bisher nur aus der Ferne. Der einzige Raumapparat, der die Umgebung dieser Planeten 1986 bzw. 1989 besuchte, war Voyager 2. Sonst hat man sie nur mittels irdischer und Raumteleskope beobachtet, was zwar aufschlussreich ist, verhilft jedoch kaum zum Verständnis, was in der Nähe von Uranus und Neptun passiert und wie ihre Monde aussehen. Dabei ist dieses für eine Ergründung der Vergangenheit und Gegenwart des Sonnensystems essenziel.

Im Unterschied zu den Gasriesen Jupiter und Saturn sind Uranus und Neptun kleiner und wahrscheinlich auch jünger. Sie bestehen nicht aus Wasserstoff und Helium, sondern größtenteils aus Wasser-, Ammoniak- und Methaneis mit Beimengungen von Metallen und Silikaten. Kleinere Einzelheiten aus ihrem Leben, wie etwa Wetterbedingungen sind bisher nicht so gut bekannt – aus den Informationen von Voyager 2 weiß man jedoch, dass diese bei den beiden Planeten sehr unterschiedlich ausfallen können.

Das Interesse an Uranus und Neptun ist nicht nur auf ungenügende Kenntnisse zurückzuführen. Je mehr Planetensysteme und andere Sterne bekannt werden, desto geheimnisvoller erscheint unser eigenes Sonnensystem. So wurde zum Beispiel klar, dass die Wechselwirkung von Riesenplaneten bei der Entstehung von Planetensystemen eine große Rolle spielt. Dabei kann man nicht pauschal behaupten, dass dabei immer erfolgreiche Ergebnisse entstehen, wie es beim Sonnensystem der Fall war, in dem die Planeten mehr oder weniger stabile Umlaufbahnen haben. Deswegen ist es besonders interessant herauszufinden, warum unser System da „so viel Glück“ hatte.

Man kann hinter das Geheimnis unseres kosmischen Zuhauses kommen, wenn man sich die Zusammensetzung und das Äußere von Planeten und deren Monden gut vorstellt. Die Trabanten können unterschiedliche Ursprünge haben: Entweder entwickeln sie sich gemeinsam mit ihren „Meistern“, oder aber sie werden später bei „Treffen“ mit anderen Planeten herangezogen. Die Zahl und das Alter der Krater auf der Oberfläche, der innere Aufbau der Monde, ihre Flugbahnen und Wechselwirkung mit dem Sonnenwind – all diese Merkmale sind für die Wissenschaftler aufschlussreich.

Dabei sei es sehr wichtig, Uranus und Neptun mit annähernd einem gleichen Satz von Geräten gleichzeitig zu erforschen, meinen die ODINUS-Autoren. Laut dem Projekt sollte jeder der beiden Raumapparate ca. sechs wissenschaftliche Geräte an Bord führen und jeweils 600 Kilogramm exklusive Treibstoff wiegen; ins All wären sie gleichzeitig entweder mit einer Trägerrakete Ariane 5 oder mit einem Sojus-Fregat-Raumschiff zu bringen. Der Weg würde bei einem Start im Jahre 2034 neun Jahre bis zum Uranus bzw. zwölf Jahre bis zum Neptun dauern. So könnte man schon vor 2050 Informationen über die beiden Himmelskörper bekommen.

Dieser Plan wird allerdings nicht mehr Realität: Laut dem ESA-Beschluss vom November 2013 sollen 2028 und 2034 zwei astrophysiche Projekte starten, mit „großen“ Planetenmissionen wird man wohl kaum vor Ende 2030er Jahren rechnen können. Ob ähnliche Projekte von anderen Raumagenturen initiiert werden, ist bisher unklar. Vielleicht aber wird der NASA-Raumapparat New Horizons, der 2025 den Pluto erreichen soll, eine Anregung zur Erforschung von entfernten Gebieten des Sonnensystems liefern.

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