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18 März 2014, 22:38

Internetadressen enden jetzt auf Berlin

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STIMME RUSSLANDS Zuletzt ist es eng geworden im Internet. Wer eine neue Webseite anmelden wollte, hatte möglicherweise Probleme. Der Name war schon vergeben. Selbst bei den weltweit aktuell gut 250 Millionen Domains, die es gibt. Das ändert sich jetzt. Zumindest für Berliner. Ab sofort gibt es Internet-Adressen, die auf Deutschlands Hauptstadt enden, also auf Punkt Berlin. Damit ist sie die erste Stadt überhaupt auf der Welt. Hendrik Polland mit den Einzelheiten.

Berlin hat am Dienstag, den 18. März ganz offiziell den Start seiner eigenen Internet-Endung gefeiert. Schon wenige Tage vorher konnten sich Unternehmen, Verbände, Vereine und Menschen aus privaten Haushalten dafür registrieren lassen. Jetzt heißt es also nicht mehr nur Punkt de, Punkt com oder Punkt ru, sondern auch Punkt Berlin. Ein Vorteil auch für die vielen Online-Unternehmen, die sich in Berlin angesiedelt haben und für die nächsten Jahre als wichtiger neuer Jobmotor gelten. Für die Adresse hat sich das private Unternehmen DotBerlin eingesetzt. Es hatte dafür jahrelang Lobbyarbeit bei der Vergabestelle für einmalige Internetadressen mit dem Sitz in den USA betrieben, der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, kurz ICANN. Dirk Krischenowski von DotBerlin sagt über die Idee, dass immer mehr Menschen und Unternehmen mit einer eigenen Seite im Internet vertreten sein wollen.

"Der Zweck ist mehr Platz, mehr Namensraum im Internet zu schaffen. Wir haben 16 Millionen de-Domains und wir 110 Millionen dot vom-Domains. Da ist praktisch alles weg, was gut ist. Deswegen macht das Sinn, dass Metropolen wie Berlin einen eigenen Namensraum haben. Jedes Land hat so eine zweistellige Abkürzung. Es gibt über 150 Länder, die sind kleiner als Berlin und haben eine eigene Endung." 

Anbieter der neuen Adresse sind zum Beispiel 1&1, CPS-Datensysteme, Cronon, Global Village und http.net. Allein in Deutschland sollen mehr als 50 Unternehmen Punkt Berlin-Adressen vergeben. Die Domains können kostenlos sein aber auch bis zu 60 Euro kosten. Ein Preis, den möglicherweise viele Unternehmen zahlen werden. Neben dem Standortvorteil könnte man bei den Suchmaschinen weiter vorne landen und hätte damit einen Wettbewerbsvorteil. Nils Busch-Petersen vom Handelsverband Berlin-Brandenburg sieht dabei neue Chancen für Berlins Wirtschaft. 

"Das wird für Handelshäuser, die sich am Marktplatz Berlin befinden eine sehr interessante Möglichkeit sein, noch stärker die Aufmerksamkeit auf das Unternehmen und auf seinen Sitz zu fokussieren. Das ist eine tolle Kombination, zurzeit eben auch weltweit einzigartig. Ich denke, dass wird sich guter Nachfrage erfreuen."

Anbieter glauben zum Beispiel, dass vor allem bei Handwerkern und kleinen Firmen die Nachfrage steigt. Für Punkt Berlin am Ende der Internetadresse soll es nach dem jetzigen Stand mehr als 100.000 Interessenten geben. Darunter ist auch die Stadt Berlin. Sie soll sich einige 10.000-Adressen gesichert haben, zum Beispiel für die Feuerwehr, Polizei, ihre Verwaltungen und Straßennamen. Das Berliner Privatunternehmen DotBerlin hatte sich bis heute gut 9 Jahre für die Berliner Internetadresse eingesetzt. Bei der Stadt selbst hat man das Projekt offiziell allerdings erst ab 2012 unterstützt. Dirk Krischenowski von DotBerlin: 

"Das ist ein sehr komplexes Unterfangen und eine Revolution im Internet, wie es sie vorher noch nie gegeben hat. Da muss natürlich sichergestellt sein, dass alle Interessen von Regierung, Unternehmen, Verbrauchern und zum Beispiel Markeninhabern berücksichtigt sind. Deswegen hat das so lange gedauert." 

Viele Metropolen wie London, New York und Tokio wollen nachziehen. In Deutschland soll es bald auch Internetadressen geben, die auf Punkt Hamburg und Punkt Köln enden.

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