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27 April 2014, 15:39

Zwei vom Volk geliebte Päpste heilig gesprochen

STIMME RUSSLANDS Der 27. April ist für alle Katholiken ein lang ersehnter Tag. Ein Tag, an dem zwei Päpste heilig gesprochen werden. Päpste, die vom Volk geliebt wurden, die ihr ganzes Leben den Menschen, dem Gott und der Güte geweiht haben. Karel Wojtyla hat sich bis zu seinem letzten Tag neben seiner Herde befunden. Und der Papst Roncalli, den die Menschen „den guten Papst“, „den gutherzigen Papst“ genannt haben. Sie beide sind würdevolle Vorbilder für Ehrsamkeit und Seelentiefe gewesen.

Am 27. April werden zwei Menschen heilig gesprochen, dessen Leben den Katholizismus des zwanzigsten Jahrhunderts verkörpern. Zwei Päpste, die viel für die Menschheit getan und dafür um nichts gebeten haben. Jedes Wort, das von ihnen auf dem Petersplatz gesagt wurde, wurde von den Gläubigen emotional und liebevoll aufgenommen. Die berühmte Rede des Papstes Roncalli, im Volk als „Mondgespräch“ bezeichnet, die er mit den Worten: „kommt nach Hause, küsst euere Kinder und sagt ihnen, dass es ein Kuss des Papstes sei“, abschloss. Oder die Worte des Papstes Wojtyla: „Wenn ich mich irren sollte, korrigiert mich!“

Der Chronologie nach wollen wir mit dem Papst Johannes XXIII. beginnen. Sein weltlicher Name lautet Angelo Guiseppe Roncalli. Er wurde in Begamo in einer sehr einfachen Familie geboren. Dank seinen vermögenden Verwandten konnte er sein Studium 1904 zum Abschluss bringen und empfing die Priesterweihe. 1935
wurde er zum Monsignore und zum Apostolischen Nuntius in der Türkei und Griechenland berufen.

Während des Zweiten Weltkrieges machte ein Schiff, das sechshundert jüdische Kinder an Bord hatte, die nach Haifa unterwegs waren, an der Küste von Istanbul fest. In Übereinstimmung mit den Neutralitätsregeln hätte die Türkei die Kinder zurück nach Deutschland entsenden sollen. Dort würden sie ihre unschuldigen Leben in Nazi-Krematorien beenden. Doch Monsignore Roncalli tat alles in seiner Kraft Stehende, um die Kinder zu retten. Dank seiner Freundschaft mit dem deutschen Botschafter von Papen gelang es ihm, sie zu retten.

1953 wird Angelo Guiseppe Roncalli zum Patriarchen von Venedig erklärt, und nach dem Tod von Pius XXII. wird er zu seinem eigenen Erstaunen zum Papst.

Im Oktober 1962 stand unser Planet am Rande des dritten Weltkrieges: Die Karibikkrise war ausgebrochen. Der Papst Johannes XXIII. schreibt an Chruschtschow und Kennedy. Die Gefahr ist gebannt worden, Und am 7. März kommt die erste sowjetische Delegation in Gestalt von Alexej Adschubej und Rada Chruschtschowa, der Tochter von Nikita Chruschtschow, in den Vatikan. Rada, die von Emotionen ergriffen ist, sagt: „Sie haben große und zerarbeitete Hände wie die eines Bauern. Solche Hände hat mein Vater auch.“

Nach diesem Treffen sagte der Papst Johannes XXIII. zu seinem Sekretär: „Vielleicht irre ich mich, und vielleicht ist das der Anfang eines Wunders, das zu vollbringen ich nicht mehr schaffen werde.“ Wie die Geschichte lehrt, ist das der Anfang von großen Wandlungen gewesen.

Einige Monate des gleichen Jahres später, verstarb der Papst Roncalli. Seine letzten Worte waren: „Warum weint ihr?“

Im Jahre 2000 hat ihn der Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Und das hängt mit einem Wunder, genauer mit der wundervollen Rettung der Nonne Katharina Capitani, zusammen. Sie litt an einem perforativen Geschwür und lag im Sterben. Freundinnen der Nonne brachten ihr ein Foto des Papstes, legten es an die Wunde an, und am Morgen war die Krankheit vollständig zurückgewichen. Ärzte haben das als eine wundervolle Heilung anerkannt.

Karol Wojtyla wurde 1920 in Wadowice, einer Ortschaft in Polen, geboren. Er war der Sohn eines Militärangehörigen, eines Unteroffiziers, der ihn nach dem Tod der Ehefrau nach Krakau zur Fortsetzung des Studiums brachte. Karol studierte Philologie und polnische Literatur, er beherrschte elf Sprachen.

Sein Leben ändert sich mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vollkommen. Nach dessen Beendigung begibt er sich in ein Priesterseminar und empfängt 1946 die Priesterweihe. Im gleichen Jahr zieht er nach Rom um, um seine Ausbildung fortzusetzen. 1958 wird er zum Erzbischof von Krakau ausgerufen. 1978 nimmt er zum ersten Mal an einem Konklave teil, wodurch Johannes Paul I. zum Pontifex wird, dessen Pontifikat vor kurzer Dauer war und nur 33 Tage währte. Und im Oktober des gleichen Jahres wird Karol Wojtyla zum Papst Johannes Paul II. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass dieser Papst dem Schutz des Friedens und der Verbesserung der Beziehungen mit der Orthodoxen und der Anglikanischen Konfession größte Beachtung schenkte, den Staat Israel anerkannte und Juden als ältere Brüder bezeichnete.

Im Mai 1981 wurde der Papst zum Opfer eines Attentats: Der türkische Mörder, Mehmet Ali Agca, schoss mehrmals auf den Pontifex auf dem Petersplatz. Johannes Paul II. war sein Leben lang davon überzeugt, dass gerade die Gottesmutter ihn vor der tödlichen Wunde geschützt habe. Ein Geschoss, das Agca abgefeuert hatte, befindet sich jetzt im französischen Lourdes in der Krone der Gottesmutter von Lourdes. Nach der Verwundung begannen beim Papst Gesundheitsprobleme. Er überstand den Halskrebs. Später äußerten sich bei ihm die ersten Anzeichen der Parkinsonschen Krankheit. Es fiel ihm immer schwerer, sich fortzubewegen und so stieg der Pontifex in ein „Papamobil“ um.

Am 2. April 2005 verschied der Pontifex im 85. Lebensjahr. Einige Tage vor seinem Tod erschien er im Fenster seines Arbeitszimmers mit dem enormen Wunsch, Menschen zum letzten Mal zu sehen, denen er sein ganzes Leben gewidmet hatte. Er versuchte, einige Sätze auszusprechen, doch die Kräfte verließen ihn, und so verabschiedete sich der Papst von seiner Herde mit nur einem Blick. Die Heiligsprechung von Johannes Paul II. hängt mit den von ihm vollbrachten Wundern zusammen. Eines der Beispiele dafür wäre die wundervolle Heilung von Flobjer Mora Dias, die an Aneurysma litt. Am 1. Mai 2011, dem Tag der Beatifikation von Pontifex, vernahm die kranke Frau die Stimme des Papstes: „Steh auf und geh und fürchte sich nichts.“ Die Krankheit war vollständig gewichen, was durch medizinische Gutachten bezeugt wurde.

Im Vatikan beginnt der 27. April mit dem Vortragen der Liturgie „Göttliche Barmherzigkeit“. Die Heiligsprechung wird vom Papst Franziskus in Anwesenheit des vorausgegangenen Pontifex, Benedikt XVI., vorgenommen.

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