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20 Mai 2014, 23:18

Internationale Luftfahrtausstellung in Berlin eröffnet

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STIMME RUSSLANDS Das Fachpublikum sowie Presse und Politik durften am Dienstag schon einmal schauen, was die Internationale Luftfahrtausstellung (ILA) in Berlin in diesem Jahr zu bieten hat. Für das Publikum öffnen sich am Wochenende dann die Türen der Messe. Daniela Hannemann berichtet.

Angela Merkel sicherte bei der Eröffnung der Internationalen Luftfahrtausstellung der Branche ihre Unterstützung zu:
«Die Luft- und Raumfahrt nimmt eine strategische Schlüsselrolle für unseren ganzen Wirtschaftsstandort ein», sagte Merkel auf dem Messegelände am künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld bei Berlin. Deshalb werde die Bundesregierung dieser Industrie ein besonderes Augenmerk als High-Tech-Branche widmen.
Die ILA ist der Dreh- und Angelpunkt der internationalen Luftfahrt. Neben der Bundeswehr, die sich hier in diesem Jahr als größter Einzelaussteller präsentiert, sind viele weitere Aussteller aus verschiedenen Nationen präsent. Das Partnerland ist in diesem Jahr die Türkei.

Auch die russischen Unternehmen präsentieren sich mit ihren Ständen. So etwa Roskosmos mit seinem Forschungsinstitut Lawotschkin, das sich vor allem mit der unbemannten Raumfahrt beschäftigt und mit der Erforschung des Mondes. Der Direktor des Unternehmens, Viktor Chartow, erklärt:

"Der erste Schritt ist das Programm Luna-Glob, der zweite Schritt ist Luna-Ressource. Innerhalb dieser Programme gibt es verschiedene Aufgaben zu lösen.  Da die Luna Programme eine Chance haben, nationale Prioritätsprogramme zu werden, hat sich eine Arbeitsgruppe um den Direktor des Raumfahrtforschungsinstitutes an der Russischen Akademie der Wissenschaften, Lew Seljonow, die gerade ein sehr großes Programm ausarbeitet, dass viele Etappen hat, zusammengefunden. Unsere ersten zwei Flüge werden dann als erste Schritte in diesem Programm gewertet. Gerade sind wir in Gesprächen mit der ESA über eine mögliche Zusammenarbeit innerhalb des Programms."

Für einige ist die ILA in diesem Jahr ein Heimspiel, wie beispielsweise für die Astro- und Feinwerktechnik GmbH aus Berlin Adlershof. Die Vertriebsleiterin Karin Ulrich beschreibt die Tätigkeitsfelder der Firma:

"Das ist ein 1:2-Modell unseres sogenannten TED-1-Technologieerprobungsträgers der seit 2012 im Orbit fliegt. Wir vereinen bei uns im Hause einerseits die Entwicklung, andererseits dann Konstruktion, Fertigung und natürlich unser hauseigenes Testlabor. Wir bieten neben der Raumfahrttechnik auch unsere Dienstleistungen für die Luftfahrt an. Wir sind zertifizierter Zulieferer von Rolls Royce und wir entwickeln auch entsprechende Prüfstände. Für die Automobilindustrie haben wir einen Drehzahlmessstand entwickelt, sind also ziemlich breit aufgestellt und Partner der Wissenschaft und Partner in der Luft- und Raumfahrt."

Das erste Mal seit 2006 ist auch die ukrainische Firma Juschnoe wieder vertreten. Ihr Direktor Alexander Pawlowitsch Kuscharew erzählt, welche Technologien der Firma zum Einsatz kommen:

"Wir haben lange Erfahrungen mit dem Raketenträger "Zenit". Im Rahmen des föderalen Luftfahrtprogramms hatten wir mit dem Raketenträger "Zenit" den Booster "Fregat" gestartet. Unter anderem gab es einen Start des Raumfluggeräts "Fobos-Grund" auch mit Hilfe des Raketenträger "Zenit". Zudem arbeiten wir schon seit zwei Jahren mit dem US-amerikanischen Konzern "Ontaris" zusammen, dafür stellt die russische Fabrik "Juschmasch" die erste Stufe dieser Rakete her, die nun bereits drei Starts hatte. Der nächste Start findet am 10. Juni statt."

Die kürzlich vereinigten Konzerne der russischen Raumfahrtindustrie wollen trotz der Ukrain-Krise weiter mit den USA zusammenarbeiten. Dies sagte der Chef der Vereinigung der russischen Raumfahrtindustrie (URSC), Igor Komarow, am Rande der Eröffnung auf einer Pressekonferenz. Trotz Spannungen zwischen Washington und Moskau würden laufende Projekte fortgesetzt.

Aber nicht nur für das Fachpublikum ist die ILA 2014 ein Erlebnis. Auch die Besucher können ab dem Wochenende Flugshows anschauen und neueste Technologie. Oder sie statten dem Verein zur Förderung der Raumfahrt einen Besuch ab. Warum gerade die Raumfahrt eine so wichtige Technologie ist, erläutert Thomas Krieger, Vorsitzender des Vereins:

"Wir wollen den Menschen, die mit der Raumfahrt nicht so viel zu tun haben, näher bringen, dass die Raumfahrt einen großen Nutzen für die Menschheit hat. Heutzutage benutzt jeder ein Smartphone, aber die meisten Leute wissen nicht, dass die Informationen von dort über den Weltraum kommen, über Satelliten und dergleichen. Aber das ist ja nur ein Aspekt der Raumfahrt. Wir wollen vor allem die bemannte Raumfahrt, insbesondere Missionen zum Mars, zum Mond und darüber hinaus."

Bis es soweit ist, müssen wir uns sicherlich noch ein wenig gedulden. Einen guten Einblick über die heutige Technologie bekommt man auf der ILA 2014 aber allemal.

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