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1 Juli 2014, 18:34

In Russland soll „Winterzeit“ wieder eingeführt werden

In Russland soll „Winterzeit“ wieder eingeführt werden

STIMME RUSSLANDS Das Unterhaus des russischen Parlaments – die Staatsduma – hat das Gesetz über die Zeitrechnung gebilligt. Demzufolge soll schon in diesem Herbst die „Winterzeit“ wieder eingeführt werden. Russland wird sich der astronomischen Zeit annähern und am 26. Oktober eine Stunde länger schlafen. Die Moskauer Zeit wird der dritten Zeitzone auf der Skala der koordinierten Weltzeit entsprechen.

Anders gesagt, wird der Zeitunterschied zwischen Moskau und Greenwich statt der heutigen vier Stunden wieder drei Stunden betragen. Außerdem sollen zwei Zeitzonen in Russland wiedereingeführt werden. Somit wird es insgesamt elf Zeitzonen geben. Jeglicher Zeit- bzw. Zeitzonenwechsel wird nun nicht von der Regierung, sondern vom Parlament geregelt werden. Michail Serdjuk, Abgeordneter der Staatsduma von der Partei „Gerechtes Russland“, äußert sich dazu folgendermaßen:

„Der gesunde Verstand hat gewonnen. Alle Fraktionen der Staatsduma, einschließlich „Geeintes Russland“, haben unseren Vorschlägen zugestimmt. Endlich können wir nun die Zeit mit den astronomischen Werten in Einklang bringen. Die Leute und ihre Kinder werden sich nicht mehr quälen müssen, sondern auf ihre übliche Art und Weise leben, mit Hinblick auf alle Besonderheiten des großen russischen Territoriums.“

Die meisten Einwohner Russlands waren für die Wiedereinführung der „Winterzeit“ aufgetreten. Denn die „ewige Sommerzeit“ sorgte für viele Gesundheitsprobleme. Sergej Kalaschnikow, Leiter des Duma-Ausschusses für Gesundheit, meint dazu Folgendes:

„Es ist an der Zeit, damit aufzuhören. Die Menschen wollen im nächsten Winter nicht mehr unter den Bedingungen leben, die es in den drei vergangenen gegeben hat. Am 26. Oktober wird die Zeit unbedingt um eine Stunde zurück versetzt.“

Mehr noch: Die Regionen des Landes werden die Möglichkeit bekommen, ihre jeweiligen Zeitzonen selbständig zu bestimmen, um die Ortszeit der astronomischen Zeit maximal anzupassen. Solch eine Zeit-Freiheit hat Russland im Laufe seiner Zeitgeschichte noch nie erlebt. In Russland wird allerdings vermutet, dass diese parlamentarischen Zeitübungen politisch gefärbt sind. Die Zeitungen bezeichneten sogar die Billigung des Gesetzes über die Zeitrechnung als „Revolte“ gegen den Ministerpräsidenten Dmitri Medwedjew, der 2011 als Präsident die „ewige Sommerzeit“ eingeführt und die Zahl der Zeitzonen geändert hatte. Damals gab es zwölf Zeitzonen. Ende Mai schlug die Staatsduma der Regierung vor, diese Zeitfrage endgültig zu lösen. Stattdessen ließ die Regierung eine entsprechende Meinungsumfrage in den Regionen durchführen. Die Kosten dieser Umfrage wurden auf zwölf Millionen Rubel geschätzt. Danach machten sich die Abgeordneten schnell an die Erarbeitung dieses Gesetzes.

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