Die Redaktion der STIMME RUSSLANDS hat sich mit dem Team von RIA Novosti vereinigt und gemeinsam ein modernes Markenzeichen des 21. Jahrhunderts – SPUTNIK – gegründet. Wir setzen unseren digitalen Informationsdienst fort und werden auch weiter den hohen journalistischen Standards folgen. Besuchen Sie unsere neue Webseite!
23 Juli 2014, 17:47

Russland wartet auf eine Reaktion der EU und der USA auf die Absturz-Daten

Russland wartet auf eine Reaktion der EU und der USA auf die Absturz-Daten

STIMME RUSSLANDS Am 22. Juli hat Russland alle Überwachungsdaten über den Absturz der Boeing von Malaysia Airlines offiziell an die EU übergeben. Am Tag zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium bei einer Sitzung in Moskau russische Überwachungsdaten über die Lage im Gebiet Donezk vor dem Flugabsturz veröffentlicht. Diese Daten haben viele Fragen an Kiew aufgeworfen. 

Warum befanden sich die ukrainischen Radarsysteme vor und an dem Tag der Tragödie in einem sehr aktiven Zustand und wurden nach dem Absturz der Maschine außer Betrieb gesetzt? Wozu gab es vor der Katastrophe in der Nähe des Gebietes, das von den Landwehrleuten kontrolliert wird, ukrainische Fla-Raketenanlagen „Buk“ und warum wurden diese Anlagen gerade nach dem Flugabsturz entfernt? Was machte das ukrainische Angriffsflugzeug Su-25 kurz vor der Katastrophe in einer Entfernung von drei bis fünf Kilometern von der Boeing entfernt und warum verleugnet Kiew diese Tatsache? Kiew hat auf die Fragen Moskaus keine Antworten gegeben. Andrej Kartapolow, Leiter der Hauptführungsabteilung des Generalstabs der russischen Streitkräfte, hat bei der Sitzung auch an die USA eine für die Untersuchung der Katastrophe wichtige Frage gestellt:

„Die US-Vertreter behaupten, über Satellitenaufnahmen zu verfügen, die bestätigen sollen, dass die Rakete, die die Boeing traf, von den Landwehrleuten abgefeuert worden war. Doch niemand hat diese Aufnahmen gesehen. Wenn die amerikanische Seite tatsächlich über solche Satellitenaufnahmen verfügt, sollten diese Aufnahmen der Weltgemeinschaft zur Untersuchung vorgelegt werden. Ob das ein Zufall ist oder nicht, aber der Absturz der Boeing von Malaysia Airlines fällt mit der US-Satellitenüberwachung des ukrainischen Bodens zeitlich zusammen.“

Die Amerikaner haben diese Aufnahmen bislang weder der EU noch Moskau vorgelegt. Bei einer Sitzung am gleichen Tag in Washington konnten die Vertreter des US-Aufklärungsdienstes keine Beweise dafür vorlegen, dass die Landwehrleute und Russland für den Absturz der Boeing verantwortlich sind. Vorgelegt wurden aber nur undeutliche Bilder und Daten aus sozialen Netzwerken. Die US-Geheimdienste haben allerdings zugegeben, dass sie die Glaubwürdigkeit der von der ukrainischen Regierung veröffentlichten Internet-Daten nicht bestätigen können. Zudem weisen viele Experten darauf hin, dass die Videos, die von amerikanischen und ukrainischen Beamten als Beweise betrachtet werden, offenbar gefälscht worden sind. Igor Schischkin, stellvertretender Direktor des Institutes für die GUS-Länder, findet die Haltung der USA gar nicht überraschend.

„Diese Entwicklung ist durchaus zu erwarten gewesen. Die USA werden unter keinen Umständen noch so schwerwiegende Beweise seitens Russlands anerkennen. Die Beweise Russlands sind von den USA bereits als Propaganda bewertet worden. Die USA werden auf ihrer eigenen Version bestehen, ohne jegliche Beweise vorzulegen. Und sie haben anscheinend überhaupt keine Beweise.“

Ein Vertreter des US-Aufklärungsdienstes hat bei der Sitzung zugegeben, dass seine Behörde über keine Beweise darüber verfügt, dass Moskau angeblich für die Tragödie verantwortlich ist bzw. dass Russland angeblich die Landwehrleute darin unterrichtet hat, die Fla-Raketen-Anlagen „Buk“ zu bedienen. Auch die Vermutung, Russland habe diese Raketenanlagen an die Landwehrleute geliefert, hat sich als unbegründet erwiesen. Ein Vertreter des US-Geheimdienstes hat zugegeben, dass der US-Aufklärungsdienst keinen Transport von „Buk“-Anlagen über die russisch-ukrainische Grenze festgestellt hat.

  •  
    teilen im: