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2 September 2014, 17:42

Irrwege der Macht: Sind es wirklich die Politiker?

Irrwege der Macht: Sind es wirklich die Politiker?

STIMME RUSSLANDS Wer oder was sind unsere Politiker? Sind sie Helden? Oder Waschlappen? Sind sie zuverlässig oder korrupt? Faul oder fleißig? Wir kennen die Politiker meist nicht persönlich. Sondern durch das Fernsehen, die Zeitungen, das Internet. Die Medien zeichnen das Bild, deren Beschreibung entwickelt unsere Ansicht, schließlich unsere Meinung, den Standpunkt. Doch hier sind wir an einem maßgeblichen Problem angekommen: Im Rahmen der veröffentlichten Meinung durch die Massenmedien entwickelte sich eine schwere Schieflage, die als Grundlage für die Stammtischdiskussionen dient: „Der Personenkult“.

 

Medien brauchen Gesichter, um von Sachfragen abzulenken. Durch geschickte Fotoauswahl werden zu hofierende oder zu diffamierende Regierungschefs gern, je nach Bedarf, öffentlich präsentiert. Alles ist steuerbar, jede Gefühlsregung des Lesers und Zuschauers berechenbar. Günstige Licht-und Blickwinkel erzeugen Sympathie und Vertrauen. Doppelkinn, Gesichtsschatten und offener Mund hingegen deuten auf Völlerei, fehlende Klarheit, Unvermögen. So einfach geht das.

Diskussionen über ein Foto Wladimir Putins mit freiem Oberkörper, Barak Obamas altbackenen Anzug bei einer Ansprache, oder über den Wanderurlaub Angela Merkels in Südtirol erscheinen wichtiger als das tägliche Sterben in den inszenierten Kriegsgebieten. Oder die Massenflucht verelendender Menschen aus Afrika nach Europa, um nur zwei aktuelle Beispiele zu nennen.

Sollte nicht besser die Frage der wirklichen Entscheider endlich in den Fokus kommen, um diesen seit Jahrhunderten verfälschenden Entwicklungen entgegen zu wirken? Um das Bild, das schon so lange schief an der Wand hängt, wieder gerade zu rücken? Doch diese einflussreichen, doch anonymen Entscheider finden wir nicht in der täglichen Berichterstattung.

Über welche Macht verfügen sogenannte Regierungschefs denn eigentlich persönlich? Haben sie Chefs? Bleiben wir bei Merkel, Putin und Obama. Diese drei Manager in Sachen Politik reisen täglich kreuz und quer durch die Welt, um Interviews zu geben, Paraden abzunehmen oder Shakehands-Fotos über irgendwelche multilateralen Verträge für die jeweilige Presse zu liefern usw. Wann bleibt da eigentlich die Zeit für das Regieren oder das Klären von komplexen Sachfragen?

Hier bedient man sich dann lieber der Ministerien im Hintergrund, deren Beamte teilweise seit Jahrzehnten in bestimmten Sachthemen stecken, gleichgültig, welcher Partei sie angehören, während die Präsidenten, Kanzler und Minister eher regelmäßig wechseln. Wer von uns kann schon erkennen, welche Personen in den Regierungs-Administrationen maßgeblich mitentscheiden? Oder welche Interessenvertreter und Lobbyisten extern Einfluss nehmen? Führen Geheimdienste, Militärbündnisse oder Kapitalsammelbecken nicht schon ein gewisses Eigenleben, jenseits der genormten Menschheit?

Wir sehen in den täglichen Nachrichten Bilder von mehr oder weniger talentierten Politprofis, die in die Kameras lächeln, während sogenannte „Unterhändler“ die eigentlichen Sachfragen klären, da nur diese Personen real in den Themen stecken. Warum greift die journalistische Zunft nicht dieses Thema auf und beleuchtet einmal die Machtinhaber im Hintergrund? Käme man über diesen Weg nicht den tatsächlichen Strukturen näher?

Wer steuert tatsächlich die Geschicke einer Nation? Sind es die Parlamente oder gar Lobbyisten, die dann gemeinsam Einfluss auf die Medien nehmen? Ich denke, alle Fragen müssen erlaubt sein, um zum Kern der viel zitierten Wahrheit zu gelangen. Leider passiert hier wenig, viele Journalisten resignieren massiv unter den erkennbaren Veröffentlichungs-Schranken.

In der heutigen Zeit kann man schon eher auf das politische Kabarett zurückgreifen, wenn man Impulse für die tatsächlichen Zusammenhänge erkennen möchte. In dieser teilweise sehr mutigen und manchmal sogar charismatischen Berufsgruppe versucht man glücklicherweise immer häufiger, bestimmte Tatsachen satirisch zu verpacken, was zuweilen zu juristischen Klagen führen kann, wie man es in der ZDF-Reihe „Die Anstalt“ aktuell erlebte.

Wir sollten uns einmal ehrlich und intuitiv mit den Ursachen der globalisierten Verwerfungen und den dramatisch drohenden Prognosen auseinandersetzen. So kämen wir auch den Ursachen der grauenvollen Kriege näher, die unsere arme Erde schon erleben musste. Und erleben wird. Dann allerdings tauchten vermutlich noch ganz andere Namen von Personen auf, die über eine gewisse Macht verfügen….

 

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