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16 September 2014, 16:07

Wie sich die Zeiten ändern: Familienpolitik in Deutschland und Russland

Wie sich die Zeiten ändern: Familienpolitik in Deutschland und Russland

STIMME RUSSLANDS Die Familienpolitik Deutschlands hat sich in den vergangenen 25 Jahren einmal um sich selbst gedreht. Was vor dem Mauerfall 1989 für den Westen noch undenkbar war, nämlich, wie in den sozialistischen Systemen üblich, kleinste Kinder täglich in Krippen abzugeben, änderte sich rasant. Wer jahrelang in Medien und Politik hören muss, wie förderlich frühkindliche Fremdbetreuung sei, der glaubt es halt irgendwann. Deutschland glaubt jetzt an Krippen, ohne Rücksicht auf die gesellschaftlichen Folgen! Und Russland?

Der 1820 geborene Friedrich Engels, der gemeinsam mit Karl Marx die „Grundsätze des Kommunismus“ erarbeitete, formulierte die sozialistischen Ziele und die damit vorsätzliche Zerstörung der Familie als gesellschaftlichen, starken Kern vor etwa 130 Jahren folgendermaßen:

„Die Beschäftigung der Frau in der Fabrik löst die Familie notwendig gänzlich auf, und diese Auflösung hat in dem heutigen Zustande der Gesellschaft, der auf der Familie beruht, die demoralisierendsten Folgen, sowohl für die Eheleute wie für die Kinder. Eine Mutter, die nicht Zeit hat, sich um ihr Kind zu bekümmern, ihm während der ersten Jahre die gewöhnlichsten Liebesdienste zu erweisen, eine Mutter, die ihr Kind kaum zu sehen bekommt, kann diesem Kinde keine Mutter sein, sie muss notwendig gleichgültig dagegen werden, es ohne Liebe, ohne Fürsorge behandeln wie ein ganz fremdes Kind, und Kinder, die in solchen Verhältnissen aufwachsen, sind später für die Familie gänzlich verdorben, können nie in der Familie, die sie selber stiften, sich heimisch fühlen, weil sie nur ein isoliertes Leben kennengelernt haben, und müssen deshalb zur ohnehin schon allgemeinen Untergrabung der Familie bei den Arbeitern beitragen. Eine ähnliche Auflösung der Familie wird durch die Arbeit der Kinder herbeigeführt.“

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Antwort des ehemaligen russischen Präsidenten Michael Gorbatschow in den neunziger Jahren, der angesichts von Millionen alkoholkranken Menschen, angesichts eines nahezu zusammengebrochen Staates in seinem Buch Perestroika dazu schrieb:

„Wir haben erkannt, dass viele unserer Probleme im Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher - in unserer Moral, der Kultur und der Produktion - zum großen Teil durch die Lockerung familiärer Bindungen und die Vernachlässigung der familiären Verantwortung verursacht werden. Dies ist ein paradoxes Ergebnis unseres ernsthaften und politisch gerechtfertigten Wunsches, die Frau dem Mann in allen Bereichen gleichzustellen.“

Russlands Familienpolitik wurde vor allem unter Präsident Wladimir Putin erheblich familienfreundlicher gestaltet. Mütter und Väter werden seit Jahren staatlich unterstützt, sie werden vor allem finanziell entlastet, damit sie ihrer Aufgabe als Familie gerecht werden können, damit sie ihr Zuhause als Fundament wertschätzen. Doch auch die gesellschaftliche Hochachtung der Mutter in Russland sorgt zunehmend dafür, dass die Menschen im Land wieder gerne Kinder bekommen, dass sie sich zutrauen, eine Familie zu gründen. Und dass sie die kleinen Kinder vorzugsweise zuhause betreuen, und nicht etwa bei fremden Leuten abgeben.

Doch schauen wir wieder ins deutsche Krippenland: Im Jahr 2005 übernahm Ursula von der Leyen (CDU) das Ressort von ihrer SPD-Kollegin Renate Schmidt, die bereits zu einer glühenden Verfechterin der Krippenpolitik geworden war. Von der Leyen behielt, als vermeintlich konservative Politikerin, jedoch damals nahezu sämtliche Staatsekretäre im Amt und verfolgte den Schmidtschen Krippenkurs ganz zielorientiert à la Margot Honecker weiter.

In Verbindung mit dem politischen Willen Berlins und Brüssels, so viele Frauen wie möglich in die Erwerbstätigkeit zu bringen, wurde - unter dem massiven Einfluss der Massenmedien - schon bald eine Selbstverständlichkeit daraus. Denn die Notwendigkeit der Einnahme von Steuern und Sozialabgaben durch so viele „Untertanen“ wie nur möglich wird sportlich erklärt mit der „Selbstverwirklichung“ der Frau, mit „Karriere“, „Unabhängigkeit von den Männern“ und „Erfolg“. Wie „erfolgreich“ die Wirklichkeit im Berufsalltag allerdings meist aussieht, muss sicher nicht näher ausgeführt werden. Es spricht Bände, dass über fünfzig Prozent der berufstätigen Mütter in Deutschland unter Burn-Out und Depressionen zusammenbrechen.

Was jedoch vollkommen übersehen und vertuscht wird in dieser großen Diskussion über die „moderne Karrierefrau“, ist stets und immer das Wohl der Kinder! Und darum geht es in erster Linie! Kinder haben heute keinen Anwalt. Aber sie haben natürliche Bedürfnisse, die wir, die Erwachsenen, ihnen gewähren müssen. Und dazu gehört in allererster Linie die Anwesenheit der Mutter, damit die Bindung zwischen den beiden gelingen kann - und zwar für den Rest des gesamten Lebens.

Um die schmerzliche Wahrheit öffentlich nicht benennen zu müssen, nämlich, dass Kinder in den drei bis vier ersten Lebensjahren die enge und ununterbrochene Bindung zu ihrer Mutter als natürliches Grundbedürfnis dringend benötigen, um sich so optimal wie möglich entwickeln zu können, so spricht man eben einfach gar nicht öffentlich darüber, weder Politiker, noch Medien. Diejenigen, die es aber vereinzelt doch tun, müssen ihren Einsatz meist teuer bezahlen: Soziale, mediale, wirtschaftliche Ausgrenzung sind die Folge, Diffamierung und Diskreditierung, bis hin zur Existenzvernichtung. Wir finden übrigens ähnliche Verfolgungs-Mechanismen auch bei anderen politisch unkorrekten Themen wie z.B. bei den „Euro-Gegnern“, den „Finanzcrash-Warnern“, den „Multikulti-Warnern“, etc.

Noch einmal: Kinder haben keine Anwälte im deutschen Land, das sich auch noch als das kinderunfreundlichste der ganzen Welt erwiesen hat! Doch in der Wissenschaft gibt es glücklicherweise noch einige unabhängige Experten, die sich der Bindungsforschung zuwandten und hier bis heute forschen. Die Bindungsforschung wurde entwickelt in den fünfziger, sechziger Jahren durch Fachleute wie John Bowlby und René Spitz, auch Konrad Lorenz trug zur Entwicklung der Erkenntnisse bei.

Internationale Bindungsforscher sind sich heute einig: Drogenkonsum und Alkoholmissbrauch, Gewalt, Depression und Kriminalität haben oft ihre Ursache in einer Kindheit ohne Liebe und Bindung. Kinder brauchen keine Krippe. Kinder wollen die Liebe ihrer Eltern. Dann werden sie zu stabilen und verantwortungsbewussten Erwachsenen. Die Bindungsforscher schlagen inzwischen weltweit Alarm. Renommierte Wissenschaftler wie Richard Bolby, Wolfgang Bergmann, Gordon Neufeld u.a. treten für eine gesunde Gesellschaft ein.

Übrigens wird in den Experten-Ausführungen auch klar, dass die Kinder erst ab etwa dreieinhalb bis vier Jahren in förderlicher Weise mit den Gleichaltrigen spielen können. Vorher nicht! Da sitzen sie meist nebeneinander und haben immens viel damit zu tun, ihren Platz und ihre Position zu behaupten. Wenn davon in dieser Altersklasse überhaupt die Rede sein kann. Alles, was über die Vorzüge der frühkindlichen „Bildung“ in unseren Medien veröffentlicht wird, kann der Mensch getrost vergessen. Kleine Kinder brauchen nur eine Bildung: Die Herzensbildung von Mama und Papa.

Und es ist blanker Hohn, wenn heutzutage die meist völlig überfüllten und von Erziehern unterbesetzten Einrichtungen als „frühkindliche Bildung“ bezeichnet werden. „Aufbewahrungsanstalten“ trifft es da schon eher. Gefördert wird hier meist gar nichts, außer das Falsche. Mir ist schon klar, dass man diese Ausführungen nicht gerne hört, doch es geht um nicht weniger als um unsere Kinder, um die Zukunft auch unseres Landes, und nicht nur um schön erklärte, aber gefährliche Bequemlichkeiten sowie monetäre Staatsziele.

Wenn wir Menschen auf der Suche nach der Wahrheit sind, ist es hilfreich, sich den Naturgesetzen zuzuwenden. Die Naturgesetze sind unsere Richtschnur, auch in modernen Zeiten, sie existieren, damit wir sie einhalten. Dann läuft alles rund, und unsere Probleme versiegen. Wenn unsere politischen Dogmen uns bereits derartig im Griff haben, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr erkennen können, dann hilft uns das Vorbild Natur. Die Bionik-Wissenschaft kann ganze Bände darüber veröffentlichen, indem die Natur als Vorbild für technische und gesellschaftliche Lösungen betrachtet wird.

Was tun nun die Löwenmütter mit ihren Kleinen? Geben sie sie in die Krippe, zu fremden Leuten? Oder die Hunde-oder Katzenmütter? Was machen die Mäuse oder Vögel mit ihren Kleinen? Geben sie sie etwa in fremde Hände? Natürlich nicht. Im Gegenteil: Sie würden jede fremde Hand, die sich dem Nest, der Höhle oder dem Lager nähern wollte, wegbeißen! Im Notfall würden die Tiermütter den Eindringling töten, auch wenn sie selbst dabei ihr Leben verlören.

Was wir Menschen von den Tieren doch so alles lernen könnten... In Russland sind diese Weisheiten schon angekommen, auch wenn es noch viel zu tun gilt. Die Frage ist, ob Deutschland es noch rechtzeitig erkennen wird….

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