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22 November 2014, 13:13

Anschlag in der Synagoge – Rückkehr zum Krieg im Nahen Osten

Anschlag in der Synagoge – Rückkehr zum Krieg im Nahen Osten

STIMME RUSSLANDS Der neue Terroranschlag in dieser Woche hat die ohnehin brüchige Waffenruhe im Nahen Osten zunichte gemacht. Am Dienstag waren zwei Palästinenser in West-Jerusalem in eine Synagoge gegangen und hatten mit einem Messer, einer Axt und einer Pistole die Betenden angegriffen. Vier Menschen wurden getötet, acht verletzt, die Terroristen wurden von der Polizei getötet. Am Tag darauf starb im Krankenhaus ein verletzter Polizist. Der Überfall geht auf das Konto von zwei Cousins aus Ost-Jerusalem.

Video: Anschlag in Synagoge in Jerusalem

Die "Volksfront zur Befreiung Palästinas" übernahm die Verantwortung für den Anschlag. Die Radikalen riefen dazu auf, weitere Terrorakte zu verüben.

Juri Sinin, führender Experte am Zentrum für Partnerschaft der Zivilisationen am Moskauer Institut für internationale Beziehungen, weist auf die großen Schwierigkeiten bei der Lösung des israelisch-palästinensischen Konfliktes hin.

„Am unangenehmsten werden die Folgen für die eine wie die andere Seite sein, weil diese Kette von Gewalthandlungen von beiden Seiten in Jerusalem schon lange Jahre andauert. Und leider untersteht sie der Logik der gegenseitigen Rache, würde ich sagen. Das ist ein Teufelskreis der Gewalt; wenn der nicht durchbrochen wird, können die Spannungen und die Gefahr von neuen Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktparteien nicht beseitigt werden.“

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu macht die Bewegung Hamas und den Leiter der Palästinensischen Autonomie Mahmud Abbas für den Terroranschlag verantwortlich. Der Überfall auf die Synagoge sei das Ergebnis des "Aufwiegelns seitens der Hamas, der Islamischen Bewegung und der Palästinensischen Nationalverwaltung". Mit dieser Erklärung trat Netanjahu in einer Fernsehbotschaft an die Nation auf. Er wies die Zerstörung der Häuser der Terroristen an, die die Synagoge angegriffen hatten. Deren Familien wurden auf die Straße gesetzt.

Dmitri Marjassis, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Asienforschung bei der Russischen Akademie der Wissenschaften, sieht die Gründe für den Extremismus einiger Palästinenser in den schwierigen gegenseitigen Beziehungen innerhalb der palästinensischen Gesellschaft.

„Zum Teil sind das innerpalästinensische Konflikte. Was meine ich damit? Im Frühjahr wurde die Vereinigung der verfeindeten palästinensischen Fraktionen unterschrieben. So eine Art Friedensregelung zwischen der PLO, der Fatah und der Hamas. Viele Angehörige des militaristischen Hamas-Flügels sind zu dieser Vereinigung, zu einem Friedensschluss, nicht bereit. Weil sie meiner Ansicht nach versuchen, solche Vereinbarungen zu brechen, ist der einzige Weg dafür, zu solchen harten Mitteln zu greifen“

Die Spannungen in Jerusalem waren nach dem gerade beendeten Krieg in Gaza zwischen Israel und den Hamas-Kämpfern sowie vor dem Hintergrund des Streits um den Zugang zu den religiösen Heiligtümern auf dem Tempelberg angewachsen. In den letzten Wochen fielen in Jerusalem, Tel Aviv und am Westufer des Jordans sechs Bürger Israels Angriffen zum Opfer. Außerdem starben etwa zehn Palästinenser.

Die erneute Verschärfung des palästinensisch-israelischen Konflikts droht mit schlimmen Folgen für die gesamte Region des Nahen Ostens. Eine Eskalation des Konflikts würde von den Terroristen von Al-Qaida und dem Islamischen Staat mit Freude ausgenutzt.

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