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23 Dezember 2014, 18:16

China ist bereit, Russland zu helfen

Außenminister Chinas Wang Yi

Außenminister Chinas Wang Yi

Außenminister Chinas Wang Yi

STIMME RUSSLANDS China wird Russland alle erforderliche Hilfe leisten. Dies sagte der chinesische Außenminister Wang Yi. Die russische Wirtschaft wird von vielen negativen Faktoren beeinflusst und macht derzeit schwierige Zeiten durch. Dazu kommt der Sturz der nationalen Währung. Die aktuelle Lage auf dem Devisenmarkt ähnele der in Ostasien im Jahre 1997, meint Wladimir Kolotow, Leiter des Lehrstuhls für ostasiatische Länder an der Universität St. Petersburg.

„Damals verübten die westlichen Länder einen gezielten Angriff auf die Währungen der sich rasant entwickelnden Region. Das Ziel dieser Attacke war es, eine Finanzkrise und anschließend eine Wirtschaftskrise auszulösen. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung sollte es möglich machen, in einigen Ländern die Regierung abzusetzen und eine neue lenkbare prowestliche Regierung zu etablieren. In einigen Ländern ist das gelungen, in anderen nicht.

Doch China verhinderte es, den westlichen Angriff auf Ostasien zu Rande zu bringen, indem es einen Devisen-Gegenangriff verübte. Dennoch haben vor allem die Länder Südostasiens einen erheblichen wirtschaftlichen Verlust erlitten. China begann, diese Länder zu unterstützen, und verstärkte dadurch seine wirtschaftlichen Positionen in der Region. 2010 wurde die Freihandelszone China-ACEAH CAFTA gegründet, die sich erfolgreich entwickelt. Der CAFTA-Handelsumfang liegt bereits bei viereinhalb Billionen US-Dollar.“

Der chinesische Außenminister Wang Yi glaubt, dass Russland wohl in der Lage sei, seine Wirtschaftslage selbständig zu verbessern. Aber China sei ebenfalls hilfsbereit. Peking sei an einer Abschwächung der russischen Wirtschaft nicht interessiert. Im Oktober haben die Bank Russlands und die Volksbank Chinas ein Swap-Geschäft in Höhe von 150 Milliarden Yuan für drei Jahre abgeschlossen. Demzufolge sollen die Handelsberechnungen zwischen den beiden Ländern nicht in US-Dollar, sondern in Rubel und Yuan erfolgen. Trotz des drastischen Rubelverfalls bleibe das Devisengeschäft zwischen Russland und China unverändert, so der chinesische Außenamtssprecher. Die Instabilität des Rubel könne die eurasische Integration um Russland wesentlich beeinträchtigen, sagt Wladimir Kolotow:

„Die aktuelle schwierige Devisenlage geht auf Finanzspekulationen, Börsenspiele, unter anderem auf Termingeschäfte, zurück. Die Ölmenge auf den Terminmärkten ist viel größer als die reale Ölmenge. Dadurch können die USA die Weltölpreise manipulieren. Das kann nicht lange dauern. Doch die US-amerikanischen Politiker rechnen damit, im Laufe dieser Zeit die politische Lage in Russland zu destabilisieren und anschließend einen Machtwechsel zu provozieren.“

Wir hoffen, dass die Zentralbank und der finanzwirtschaftliche Block der russischen Regierung diese Situation meistern werden. Russland hat kein Haushaltsdefizit und verfügt über reichliche Naturressourcen und Goldreserven. Man müsse die Situation einsehen, nach einem festen Plan handeln und erforderliche Bedingungen dafür schaffen, meint der russische Experte.

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