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23 Dezember 2014, 15:50

Russland erlangt unabhängigen Zugang zum Weltall

Russland erlangt unabhängigen Zugang zum Weltall

STIMME RUSSLANDS Russland realisierte einen erfolgreichen Start der neuen schweren russischen Trägerrakete Angara-A5 vom Raumbahnhof Plessezk in Nordwestrussland. Es handelt sich um eine neue Generation von Trägerraketen, basierend auf einem universellen Raketenmodul mit umweltfreundlichen Sauerstoff-Kerosin-Triebwerken. Die Nutzlast der Rakete variiert zwischen anderthalb und 25 Tonnen. Für die russische Raumfahrt ist es ein wichtiges Ereignis. Russland wurde somit in der Weltraumbranche tatsächlich unabhängig. Bisher konnten Trägerraketen mit einer hohen Nutzlast nur vom Raumbahnhof Baikonur starten.

Dieser Raketenstartplatz aus sowjetischen Zeiten liegt auf dem kasachischen Territorium. Bis 2050 gilt der Pachtvertrag, den Astana und Moskau unterzeichnet haben. Alle Weltraumstarts finden somit unter Kontrolle zwar eines freundschaftlich verbundenen, aber souveränen Staates statt. Mit dem erfolgreichen Teststart der schweren Angara-Trägerrakete habe die Situation geändert, betont der Chefredakteur der Zeitschrift „Nowosti kosmonawtiki“ (Raumfahrt-Nachrichten), Mitglied der Russischen Ziolkowski-Akademie für Weltraumfahrt, Igor Marinin:

„Die Rakete ist ideal gestartet. Sie ist einmalig. Sie löst die Proton-Rakete ab und kann Satelliten nicht nur vom Raumbahnhof Baikonur in eine geostationäre Umlaufbahn bringen, wie die Proton-Trägerrakete, sondern auch vom nördlichen Raumbahhof Plessezk. Das heißt, dank dieser Rakete erhielten wir einen unabhängigen Zugang zum Weltraum. Außerdem hat die Angara-Rakete Aussichten für Weiterentwicklung. Für sie wird ein Wasserstoff-Sauerstoff-Block entwickelt, der ihre Nutzlast noch mehr erhöhen soll. Diese und noch viele andere Faktoren sprechen davon, dass es sich um einen weiteren Durchbruch Russlands in den Weltraum handelt.“

Die Angara-Trägerrakete besteht aus Modulen. Man kann sie aus einer unterschiedlichen Zahl von Triebwerksblöcken zusammensetzen, um Nutzlasten verschiedenster Klasse in eine geostationäre oder eine erdnahe Umlaufbahn zu bringen. Ein Triebwerksblock für leichte Frachten, drei für mittelschwere und fünf für schwere Frachten mit bis zu 25 Tonnen Gewicht. Gerade dieser Modulcharakter macht die Angara-Rakete wirtschaftlich so effektiv.

Einmalig ist außerdem der umweltfreundliche Charakter der neuen Angara-Rakete. Als Treibstoff nutzen ihre Triebwerke nicht das giftige Geptil (auch: UDMH - unsymmetrisches Dimethylhydrazin), sondern Kerosin mit Sauerstoff als Oxidator.

Im Sommer 2014 wurde erstmals eine leichte Version der Angara-Trägerrakete getestet. Nun geht es um ihre schwere Version: als Modell wurde ein Gewicht von zwei Tonnen ins All gebracht. Der Start eines echten Weltraumapparats mit einer schweren Angara-Trägerrakete ist in den Jahren 2016/2017 geplant. Indessen setzen sich die Projektanten eine neue Aufgabe. Es geht darum, die Angara-Trägerrakete mehrfach einsetzbar zu machen. Das würde die Weltraumstarts bedeutend billiger machen. Aber auch so ist die Angara-Trägerrakete heute außer Konkurrenz.

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