Die Redaktion der STIMME RUSSLANDS hat sich mit dem Team von RIA Novosti vereinigt und gemeinsam ein modernes Markenzeichen des 21. Jahrhunderts – SPUTNIK – gegründet. Wir setzen unseren digitalen Informationsdienst fort und werden auch weiter den hohen journalistischen Standards folgen. Besuchen Sie unsere neue Webseite!
23 Dezember 2014, 14:58

Wer braucht Waffenlieferungen an die Ukraine?

Wer braucht Waffenlieferungen an die Ukraine?

STIMME RUSSLANDS Nach Ansicht der Regierung in Kiew sind die Waffen jetzt am wichtigsten. Das Verteidigungsministerium verdoppelt den Militäretat. Laut Präsident Pjotr Poroschenko soll die Armee Waffen aus ukrainischer Produktion bekommen. Wenn das nicht reicht, kommen Waffenimporte in Betracht. Die Frage ist aber, wo man Geld dafür findet.

Wie der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk betonte, sind die Waffenlieferungen an die Armee derzeit die wichtigste Frage. Ex-Außenminister Andrej Deschtschiza sagte, die Ukraine könne bei Bedarf Waffen in Polen kaufen.

Moskaus Haltung dazu ist längst bekannt. Der russische Vizeaußenminister Alexej Meschkow sagte kürzlich, die Regelung im Donezbecken werde durch die Aussichten auf solche Lieferungen gestört. Doch die Geschäftspartner der ukrainischen Führung sind damit entweder nicht einverstanden oder wollen einfach keinen Frieden für die Ukraine.

Polen und die baltischen Länder haben kaum Geld, um der Ukraine finanziell zu helfen. Sie können nur Waffen versprechen (die laut Experten sowieso zur Ausmusterung reif sind). Auch die USA erwägen lägst Waffenlieferungen an die Ukraine. Inzwischen signierte der US-Präsident ein Gesetz, das diese Lieferungen jeden Moment ermöglicht. Der Politik-Experte Wladimir Kornilow aus Donezk glaubt, dass die Ukraine Waffen bereits bezieht:

„Waffen und Militärgerät werden an die Ukraine bereits geliefert. Ukrainische Staatsbeamte sprechen davon direkt. Während Poroschenko dazu schweigt, meldet sich Juri Luzenko zu Wort. Einst sagte Luzenko offen, das Land bekomme bereits Militärhilfe von Nato-Ländern.“

Der Westen versorgt die Ukraine weiterhin mit freundlichen Ratschlägen und mahnt zu Reformen. Man müsse die Korruption bekämpfen, die Lustration zivilisiert gestalten und die wirtschaftlichen Probleme lösen, heißt es. Die westlichen Freunde wären nach eigenen Angaben bereit, Geld für diese Zwecke bereitzustellen. Doch Europa selbst führt derzeit kein Luxusleben und kann nicht immer wieder Geld springen lassen, das dann spurlos verschwindet.

Alexander Guschtschin, Vizechef des Lehrstuhls für postsowjetische Länder an der Russischen Humanitären Staatsuniversität, hat keine Zweifel daran, dass Kiew um weitere Kredite bitten wird:

„Der Staatshaushalt mit einer Neuverschuldung von 65 Milliarden Griwna wird besiegelt. Vieles wird nun davon abhängen, inwieweit die Regierung in der Lage sein wird, unpopuläre Reformen umzusetzen. Und die werden mit Sicherheit unpopulär sein. Die nächsten sechs bis neun Monate werden zeigen, wie effizient die Regierung im wirtschaftlichen Sinne agiert und inwieweit die Bevölkerung bereit ist, die Schwierigkeiten zu dulden. Der Westen wird weitere Kredite gewähren, falls er positive Konsequenzen sieht und Reformen für nötig hält. Denn dort ist man nicht daran gewöhnt, das Geld zum Fenster hinauszuwerfen.“

Nicht einmal die ukrainischen Behörden wagen derzeit zu behaupten, dass im Land alles gut sei. Der Krieg bringt sowohl sozial als auch wirtschaftlich Schäden. Und jene Freunde, auf die Kiew baut, zeigen vor diesem Hintergrund ihr wahres Gesicht. Anstelle von realen Hilfen liefern sie Ratschläge und Versprechen. Anstelle von Friedensbemühungen ziehen sie Waffenlieferungen in Erwägung. Der Krieg bietet ja eine ausgezeichnete Chance, ihr eigenes Kapital zu erhöhen.

  •  
    teilen im: