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25 September 2014, 15:02

Gauweiler: Sanktionen sind eine feige Politik

Gauweiler: Sanktionen sind eine feige Politik

Unter den deutschen Spitzenpolitikern gibt es offensichtlich mehr Stimmen für weitere Sanktionen gegen Russland. Peter Gauweiler, Vorsitzender des Unterausschusses Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, gehört zu den seltenen Gegenstimmen. Zumindest sieht es so Medienberichten zufolge aus. Wir haben Herrn Gauweiler zu einem Interview aus diesem Anlass eingeladen.

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Herr Gauweiler, Ihre Aussage, die Sanktionen seien eine feige Politik, war eine der wenigen Stimmen dagegen, zumindest landen nicht viele davon in den Medien.

Wir haben schlechte Erfahrungen mit den Sanktionen. Auch gegen Ländern, die unvergleichbar kleiner sind als Russland. Erinnern Sie sich an die Sanktionen im Zusammenhang mit dem Irak. Diese Sanktionen haben nichts gebracht.

Immerhin finden heute gemeinsame Veranstaltungen statt, die einen tiefen Kontakt zwischen Deutschland und Russland fördern. Am 12.09.2014 reisten Sie nach Moskau, um das „Jahr der Sprache und Literatur in Russland und in Deutschland“ zu eröffnen. Wie schätzen Sie dieses Ereignis ein?

Das war für mich ein großes Erlebnis im Sad Eremitage. Wir haben durch d gezeigt, dass neben den Auseinandersetzungen des Tages tiefes kulturelles menschliches Verständnis besteht.

Im Anschluss an die Eröffnung des Jahres haben Sie sich mit dem russischen Parlamentspräsident Sergej Naryschkin getroffen. Wie verlief das Treffen?

 

Natürlich habe ich das Treffen benutzt, um mit dem Parlamentspräsidenten der Duma diese brisante Lage zu besprechen. Ich habe hier einen sehr offenen gründigen Diskussionspartner kennengelernt, der bemüht war, Spannungen abzubauen.

Ich habe vor meiner Reise nach Moskau „Meine Jahre im Westen“ von Solschenitsyn gelesen. Im Anhang zu diesem Werk hat er seinen Briefwechsel mit Jelzin und anderen Politikern abgedruckt. Man muss die Versionen dieser herausragenden Leute lesen. Russland und das westliche Europa, insbesondere Deutschland, sind kontinental zusammengerückt. Das neue Amerika liegt vor der Tür. Das verlangt von beiden Seiten viel ab. Wir müssen die Fehlentwicklung der 90er Jahre überwinden. Im Fall Ukraine hat es nicht geklappt, weil die EU-Politik nicht erkannt hat, dass sie mit ihren Einmischung in die Politik von Kiew die Sache nicht verbessern und dass sie über das europäische Kiew nicht reden können, wenn sie das europäische Moskau und das europäische St. Petersburg und das europäische Russland vergisst. Im Chinesischen gibt es ein Schriftzeichen, das gleichzeitig für Krise und für neue Chance gilt. Also Krise eröffnet immer auch neue Chance. Viellicht zwingt uns die jetzige Debatte, doch zu sehen, dass wir zusammen uns etwas einfallen lassen müssen.

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