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22 Mai 2013, 20:53

Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner

Рихард Вагнер
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Bombastische und exaltierte Musik – das ist es, was man mit Wagner verbindet. Der Komponist beschrieb sich sogar selber einmal als immer exaltiert. Ein wahnsinniger, der wahnsinnige Musik schuf und an dem sich bis heute die Geister scheiden. Sein Erbe scheint belastet durch die enge Verbindung seiner Familie zu Hitler. Er selber war ein bekennender Antisemit, wie es viele zu seiner Zeit waren. Und so wurde er gerade nach seinem Tode instrumentalisiert. Die Nazis benutzten seine Musik, die Kommunisten benutzten seine Musik – Wagners Trauermarsch wurde anlässlich des Begräbnisses von Lenin aufgeführt.

Heute wird der Komponist 200 Jahre alt und bis heute streiten sich die Geister an ihm und um ihn. Auch wenn man Menschen auf der Straße nach Wagner fragt, erhält man ein Abbild des Verhältnisses der Deutschen zu Wagner: 

- Also mein Typ Musik ist es nicht, ist mir zu langatmig, zu schwermütig, ich weiß, dass Hitler den sehr mochte, deshalb habe ich da gewissen Vorbehalte gegen diese Deutschtümelei, es hat mich nie so wirklich angesprochen
- Ja, über seine Biographie da bin ich ambivalent aber seine Musik finde ich großartig
- Das ist überhaupt nicht meins weder von der Musik noch politisch
- Ich kenne den ja nit und ich beschäftige mich auch nit mit dem
- Ich bin son Typ, der also dieses orgiastische mag, ja, ja, gucken Sie nicht so!
- Naja, da scheiden sich ja die Geister. Persönlich halte ich davon, dass er grandiose Musik macht und ähh … weiß nicht…

In Leipzig, der Geburtsstadt Richard Wagners setzt sich dieses ambivalente Verhältnis fort. Ein Denkmal für den Komponisten zu errichten war gar nicht so leicht in seiner Geburtsstadt. Der Verein Wagner Denkmal e.V. hat lange gekämpft und kann heute, genau heute am 200. Geburtstag des Komponisten, das Wagner Denkmal in Leipzig enthüllen – der Vorsitzende Markus Käbisch erzählt:
Richard Wagner ist in Leipzig nicht so gewürdigt wie es einem Komponisten, der hier geboren wurde zuteilwerden müsste und das war der Anlass für ihn einen Würdigungsort zu schaffen und das haben wir mit dem Denkmal verbunden. Wir sind froh und stolz, dass wir das Projket nach insgesamt 7-jähriger Arbeit enthüllen können

Sie haben gesagt dass sie 7 Jahre daran gearbeitet, woran lag das, gab es da Leute die überzeugt werden mussten?

So ein Projekt bedarf natürlich einer langen Phase der Vorbereitung und Überzeugungsarbeit. Es ist natürlich so, dass man erst mal die Instanzen der Stadt von so einem Projekt überzeugen muss dann muss man natürlich sich mit Gegnern so einer Idee auseinandersetzen, dass man die, wenn nicht überzeugt, zumindest auch in die Richtung lenkt, dass es wichtig ist Richard Wagner ein Denkmal zu schaffen. Besonders in einer Musikstadt wie Leipzig. Das hat halt seine Zeit benötigt, nicht zu vergessen die Beschaffung der finanziellen Mittel. Es war ja die Hauptaufgabe, dass wir die Finanzierung für das Denkmal absichern und das ist uns über diese lange Zeit auch gelungen.

Jetzt steht das Denkmal in Leipzig – der Künstler Stephan Balkenhol hat es entworfen. Es steht auf dem Marmorsockel, auf dem nicht vollendeten Denkmal das auf Entwürfen von Max Klinger basiert.
Das Denkmal zeigt einen kleinen, jungen Wagner und hinter ihm ein großer Wagner – als sein Schatten. Das bietet Interpretationsspielraum Der schwarze Schatten setzt sich optisch ab von der bunten Wagnerfigur.
Was bleibt von so einem 200. Geburtstag? Vor allem ein Denkmal mit einem großen Schatten - und dieser Schatten hat eine Melodie….

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