12:59 23 Januar 2018
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    Verlassene und teilweise zerstörte serbische Kirche in Kosovo

    Belgrad spricht von neuen Massengräbern von Serben im Kosovo

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    Die für Kriegsverbrechen zuständige Staatsanwaltschaft Serbiens vermutet im Kosovo weitere Massengräber von Serben.

    Die für Kriegsverbrechen zuständige Staatsanwaltschaft Serbiens vermutet im Kosovo weitere Massengräber von Serben.

    Der Staatsanwaltschaft lägen Informationen vor, wonach es in der Siedlung Klecka und an drei anderen Orten "in der südserbischen Provinz Kosovo" möglicherweise Massengräber von Serben gebe, wie serbische Medien am Dienstag berichteten. "Die Informationen wurden bei den Ermittlungen gegen den Ex-Befehlshaber der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK), Fatmir Limaj, gewonnen", wurde Behördensprecher Bruno Vekaric zitiert.

    Die serbische Justiz ermittelt seit April 2009 gegen Limaj und noch 28 UCK-Mitglieder, denen Kriegsverbrechen gegen die serbische Bevölkerung in Klecka zur Last gelegt werden. 1998-1999 hatte Serbien eine Operation gegen OAK-Separatisten durchgeführt, die die Unabhängigkeit des Kosovo von Belgrad erzwingen wollten. Albaner machen bis zu 95 Prozent der Bevölkerung des Kosovo aus. Expertenschätzungen zufolge kamen bei den Kämpfen damals rund 13 000 Menschen ums Leben.

    Nach Angaben der serbischen Ermittler befand sich in Klecka ein Krematorium, wo die Separatisten die Leichen nicht loyaler Albaner sowie von Serben verbrannt hatten. Vekaric zufolge werden Massengräber von Serben unter anderem auch in Belacevac und Koshar vermutet. "Die europäische EULEX-Mission hat für die Untersuchung der Orte potenzieller Massengräber 400 000 Euro zur Verfügung gestellt", sagte Vekaric. Am Dienstag begannen die Arbeiten in Belacevac.

    1999 hatte sich die NATO in den Kosovo-Konflikt auf der Seite der Albaner eingemischt und im Laufe von 78 Tagen Bombenangriffe auf Serbien geflogen. Seit Sommer 1999 wurde die Provinz von den UN verwaltet. Am 17. Februar 2008 rief das Kosovo seine Unabhängigkeit von Belgrad einseitig aus. Der Schritt wurde von den USA und einigen EU-Ländern unterstützt.

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