18:47 18 Oktober 2018
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    US-Agenten sollen Geld für mexikanische Drogenmafia gewaschen haben

    © RIA Novosti . Sergej Wenjawskij
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    Verdeckte US-Rauschgiftfahnder stehen im Verdacht, für mexikanische Drogenkartelle Millionenbeträge gewaschen bzw. über die Grenze geschmuggelt haben. Das berichtet die Agentur Notimex am Dienstag unter Hinweis auf einen Bericht in der „New York Times“.

    Verdeckte US-Rauschgiftfahnder stehen im Verdacht, für mexikanische Drogenkartelle Millionenbeträge gewaschen bzw. über die Grenze geschmuggelt haben. Das berichtet die Agentur Notimex am Dienstag unter Hinweis auf einen Bericht in der „New York Times“.

    Das Geld, es handelt sich um mehrere Millionen US-Dollar, sei dabei zum Teil mit US-Regierungsmaschinen in die USA geflogen und dort auf Schmugglerkonten eingezahlt worden. Wie es in dem „New York Times“-Artikel heißt, hätten die Agenten das US-Justizministerium nur bei denjenigen Geldwäsche-Operationen um Erlaubnis fragen müssen, bei denen Summen von über zehn Millionen Dollar im Spiel waren – und selbst diese Auflage sei desöfteren missachtet worden.

    Die Transaktionen werfen der Zeitung zufolge „heikle Fragen“ über die Wirksamkeit des amerikanischen Anti-Drogen-Kampfes auf. Die Methoden der Ermittler würden die Grenzen zwischen Überwachung und Unterstützung von Verbrechen verwischen, hieß es. „Indem sie Drogengelder wäscht, erlaubt die Behörde den Kartellen oft, ihre Rauschgiftgeschäfte über Monate oder sogar Jahre fortzusetzen, bevor es zu Razzien oder Festnahmen kommt“, sagte ein ehemaliger Beamter der US-Anti-Drogen-Behörde DEA (Drug Enforcement Administration) der Zeitung.

    Die Ermittlungen zu den Skandal-Enthüllungen werden im Rahmen einer anderen Ermittlung zur Operation „Fast and Furious“ (Rapido y Furioso) geführt, hieß es.  Für diese Operation hatte die Behörde für Waffenkontrolle ATF über Mittelsmänner seit 2009 tausende Waffen über die Grenze nach Mexiko schmuggeln lassen. Ziel der verdeckten Operation war es, herauszufinden, auf welchen Wegen die Waffen bei den Drogenbanden landen. Im März 2011 hatte der US-Botschafter in Mexiko, Carlos Pascual, bekannt gegeben, dass im Rahmen von „Fast and Furious“ etwa 20 Waffenschmugglern das Handwerk gelegt werden konnte.  Schlussendlich verloren die US-Geheimdienste jedoch die Kontrolle über die Operation, und 2500 Maschinengewehre landeten in den Händen der organisierten Kriminalität.

    Die DEA kommentierte die Angaben der „New York Times“ am Montag. Wie Pressesekretär Dawn Dearden der Agentur Notimex bekannt gab, kooperiert die US-Behörde schon lange mit Mexiko im Kampf gegen Geldwäsche. „Als Resultat unserer Zusammenarbeit konnten wir der internationalen Drogenmafia weltweit Geld abnehmen. Die dienstlichen Details werden wir natürlich nicht besprechen“, so Dearden.

    Im Jahr 2010 hatte die DEA einige Milliarden Dollar von den Drogenkartellen konfisziert. Die mexikanische Regierung konnte lediglich 26 Millionen Dollar, die aus Geldwäsche gewonnen wurden, aus dem Verkehr ziehen. Wie die US-Zeitung schreibt, handelt es sich dabei nur um einen Bruchteil der Summen, die die mexikanischen Drogenkartelle an dem illegalen Handel in den USA verdienen. Insgesamt werden diese Umsätze auf 18 bis 40 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt.

    Mitte Oktober hatte der seit 2006 amtierende mexikanische Präsident Felipe Calderón den USA faktisch vorgeworfen, den schwerreichen Paten des Sinaloa-Kartells Joaquín Guzmán, gewähren zu lassen. Der nicht besonders groß gewachsene Mann, der auch auf den Spitznamen „El Chapo“ hört, gilt als einer der bedeutendsten Drogenbosse Mexikos und soll sich angeblich mit seiner Familie in den USA aufhalten. „Wer sonst unter den mexikanischen Gangsterbossen könnte sich ruhiger fühlen und nördlich der mexikanisch-amerikanischen Grenze leben? Wer hat ihm erlaubt, seine Familie in die USA zu bringen?“, fragte sich der mexikanische Staatschef, der sich dem Kampf gegen die organisierte Drogenkriminalität verschrieben hat, damals. Auf „El Chapo“ ist eine Belohnung von fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

    In der Kampagne für die Wahlen in Mexiko im kommenden Jahr sind im staatlichen Fernsehen immer öfter von der Regierung in Auftrag gegebene Videos zu sehen, deren Haupttenor lautet: Der Kampf gegen das Verbrechen steigert die Lebensqualität.  Davon sollen einminütige Beiträge überzeugen, in denen es um den Armee- und Polizeidienst geht. Eben jene Strukturen sind in Mexiko hauptverantwortlich für die Bekämpfung der Drogengroßkriminalität. Die Polizei ist dabei bei Calderós in Misskredit geraten: Wegen Korruption und Beziehungen von Beamten zur Drogenmafia musste der Staatschef Armeetruppen gegen die Drogenbarone einsetzen.

    Seitdem die mexikanische Regierung den Kartellen im Jahr 2006 den Kampf angesagt hat, sind mehr als 40.000 Menschen im Drogenkrieg gestorben. Zehntausende in den Kampfgebieten ansässige Bewohner des Landes mussten ihren Wohnsitz wechseln.

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