22:27 25 September 2017
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    Konsumklima: Russen rüsten sich für harte Zeiten - „Nowyje Iswestija“

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    Die Verbraucherstimmung in Russland hat sich verschlechtert, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag.

    Die Verbraucherstimmung in Russland hat sich verschlechtert, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag.

    Im ersten Sommermonat hat sich das Konsumklima eingetrübt, wie mehrere russische Forschungsinstitute feststellten. Darüber hinaus verzichten die Verbraucher zunehmend auf kleine Freuden wie Schokolade oder Kaffee. Laut Experten hängt die nachlassende Kauflaune der Russen mit der Erwartung einer sich verschlechternden Wirtschaftssituation zusammen.

    Eine nachlassende Nachfrage nach verzichtbaren Lebensmitteln hat das Forschungsinstitut Romir verzeichnet, das jeden Monat einen „Kaffee-mit-Milch-Index“ berechnet. Die Grundlage dafür ist die Preisdynamik und die Konsummenge von vier Produkten: Kaffee, Milch, Mineralwasser und Schokolade. Es handelt sich also nicht um Lebensmittel des täglichen Bedarfs, sondern um einfache Freuden.

    Russland ist jedoch eher ein Tee- als ein Kaffeeland. Über den Nutzen von Milch für Erwachsene wird viel diskutiert. Nicht viele Erwachsene mögen dieses Getränk. Mineralwasser gehört ebenfalls kaum zum Grundbedarf. Man kann auch filtriertes, gekochtes oder Wasser aus dem Hahn trinken. Die Schokolade ist eher ein Genussmittel, obwohl sie zum minimalen Verbraucherkorb gehört.

    Nach Romir-Angaben ist der „Kaffee-mit-Milch-Index“ im Mai im Vergleich zum Vormonat um acht Prozent gesunken. Der saisonbedingte Rückgang ist in diesem Jahr größer als in den vorherigen Jahren. Im Mai des Vorjahres lag der Rückgang bei 5,5 Prozent und 2010 bei 1,5 Prozent. In Moskau ist der Index um zehn Prozent zurückgegangen. Zudem wurde im Mai weniger für Nahrungsmittel ausgegeben als zuvor. Kaffee, Milch und Wasser werden hauptsächlich in Discounter-Märkten gekauft.

    Soziologen zufolge zeugt dies davon, dass die Verbraucher ihre Ausgaben kontrollieren. Früher betraf dies eher die Mittelklasse und die Finanzschwachen. Im Mai ist diese Tendenz auch bei Bürgern mit höherem Familieneinkommen (mehr als 625 Euro pro Familienmitglied) zu erkennen. Romir-Angaben zufolge hängt diese Tendenz nicht mit den langen Feiertagen im Mai, sondern mit dem Sparkurs der Russen zusammen.

    Laut Anton Safonow von Investcafé zeugen diese Ergebnisse von pessimistischen Vorahnungen der Russen. „Eine niedrige Inflationsrate beeinflusst ebenfalls diese Tendenz. Doch ich erkläre dies eher mit der Erwartung einer weiteren Krisenwelle“, sagte der Experte. „Derzeit nimmt die Nachfrage nach Industriewaren, darunter Haushaltstechnik und Elektronik, zu. Die Verbraucher erwarten also demnächst eine Verschlechterung der Wirtschaftssituation, den Verfall der Nationalwährung, den Anstieg der Inflationsrate und die Senkung der Kaufkraft des Rubels. Einige Waren werden auf Vorrat gekauft“, sagte der Experte.

     

     

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