12:33 19 September 2018
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    Demografie: Russland stoppt vorerst Schrumpfkurs – „RBC Daily“

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    Russlands Regierung hat offenbar mit der richtigen Strategie auf den demografischen Wandel im Land reagiert, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Mittwoch.

    Russlands Regierung hat offenbar mit der richtigen Strategie auf den demografischen Wandel im Land reagiert, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Mittwoch.

    Laut dem neuesten Bericht des Arbeits- und Sozialministeriums ist die Geburtenzahl im ersten Halbjahr 2012 gestiegen, während die Sterberate zurückgegangen ist. Die Lebenserwartung der Russen kletterte 2011 auf mehr als 70 Jahre, fünf Jahre zuvor lag sie bei 67 Jahren. Experten warnen jedoch, dass die demografischen Zahlen im kommenden Jahr nicht mehr so erfreulich sein werden.

    Die Geburtenzahl ist in den ersten sechs Monaten in Russland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,5 Prozent auf 905 700 gestiegen. Ein Baby-Boom wurde in insgesamt 79 Föderationssubjekten Russlands verzeichnet, vor allem in den Gebieten Omsk, Kaluga und Moskau, in der Teilrepublik Mari El und in St. Petersburg. Die Geburtenrate stieg in diesen Regionen um 12 bis 14 Prozent.

    Die Sterberate in Russland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging dagegen um 1,9 Prozent zurück. Die Zahl der Gestorbenen ist mit 962 700 jedoch nach wie vor höher als die der Neugeborenen.

    Seit diesem Jahr werden in Russland Neugeborene nach neuen Kriterien registriert. Neuerdings werden Kinder mit einem Gewicht ab 0,5 Kilogramm registriert. Zuvor wurden Kinder mit diesem Gewicht nur nach der siebten Lebenswoche registriert. Wie Arbeits- und Sozialminister Maxim Topilin sagte, ist die Geburtenzahl in 15 Regionen trotz des Anstiegs der Sterberate unter den Neugeborenen infolge der neuen Berechnungsmethode gestiegen.

    Dem Minister zufolge ist der positive Trend auf die neue Demografie-Politik zurückzuführen. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Geburten um 21,2 Prozent gestiegen, während die Sterberate um 11,2 Prozent sank. Die Lebenserwartung nahm ebenfalls zu.

    „Die Besserung der demografischen Situation ist in Russland zu einer stabilen Tendenz geworden, die durch zahlreiche Faktoren bedingt ist, nicht zuletzt dank der sozialen Unterstützung von kinderreichen Familien“, so die Vizevorsitzende des Familienausschusses in der Staatsduma (Unterhaus), Olga Batalina. „Die bisherigen Erfahrungen zeugen allerdings davon, dass der positive Effekt der neuen Maßnahmen gewöhnlich in den ersten drei Jahren besonders zu spüren ist“, ergänzte sie.

    Auch Juri Krupnow vom Institut für Demografie, Migration und regionale Entwicklung lobt die Maßnahmen zur Bewältigung des demografischen Wandels. Die Geburtenzunahme ist ihm zufolge zu 30 Prozent der neuen Demografie-Politik zu verdanken. „Die restlichen 70 Prozent der Geburten sind auf den Babyboom in den Jahren der Perestroika zurückzuführen. Die damals Geborenen haben jetzt das Gebäralter erreicht.“

    Im kommenden Jahr werde Russland jedoch deutlich weniger Geburten verzeichnen, sagt der Experte voraus, weil nach dem Zerfall der Sowjetunion die Geburtenrate stark zurückgegangen war. 2012 erreichen die „Kinder der Schocktherapie“ das gebärfähige Alter. Deshalb müssen wir uns auf einen ganz anderen Trend gefasst machen“, warnte der Experte.

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