15:29 20 Juni 2018
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    „Ich habe in die Hölle geballert“: Russischer Amokschütze rechtfertigt seine Tat

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    Amokschütze von Belgorod (9)
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    Der mutmaßliche „Schütze von Belgorod“, Sergej Pomasun, hat nach seiner blutigen Festnahme begonnen, Aussagen zu machen. Der offenbar verwirrte Mann will dabei nicht auf Kinder geschossen haben, sondern „in die Hölle“.

    Der mutmaßliche „Schütze von Belgorod“, Sergej Pomasun, hat nach seiner blutigen Festnahme begonnen, Aussagen zu machen. Der offenbar verwirrte Mann will dabei nicht auf Kinder geschossen haben, sondern „in die Hölle“. 

    Auf Videoaufnahmen von der Verhaftung, die die örtliche Vertretung des Innenministeriums veröffentlicht hatte, ist der Dialog mit Polizeibeamten festgehalten. „Ich habe nicht auf Kinder geschossen, sondern in die Hölle“, sagte Pomasun. Auf die Nachfrage eines Beamten, auf wen er geschossen habe, wiederholte er lediglich das Wort „Hölle“. 

    Wie die Pressesprecherin der Abteilung des russischen Innenminsteriums, Tatjana Kireewa, RIA Novosti mitteilte, machte der Tatverdächtige, als die Polizisten ihn zu Boden gebracht und in Handschellen gelegt hatten, weitere Aussagen, wo er sich bisher versteckt gehalten habe. „Er sagte: ‚Ich saß im Sumpf‘“, so die Gesprächspartnerin der Agentur. Kireewa zufolge befindet sich nahe der Bahnstation, wi der Mann gefasst wurde, tatsächlich eine Sumpfgegend. 

    Ob Pomasun vorgehabt habe, sich in die Ukraine oder anderswo hin abzusetzen, sei derzeit schwer zu sagen, so die Pressesprecherin. „Er ging die Eisenbahnschienen der Station Belgorod entlang, geografisch ist das das Stadtzentrum. Was ihm dabei durch den Kopf ging, wissen wir nicht“, sagte sie.  

    Der 31-jährige Sergej Pomasun soll am Montag in seiner Heimatstadt Belgorod das Feuer zunächst in einem Waffengeschäft dann auf der Straße davor eröffnet haben. Fünf Menschen, darunter eine Schülerin der siebenten Klasse, kamen vor Ort ums Leben. Ein 16-jähriges Mädchen starb im Krankenhaus.

    Danach gelang es Pomasun, zu fliehen. Nach ihm wurde in ganz Russland und in der Ukraine gefahndet. Für die Information über den „Schützen von Belgorod“ hatte die Polizei eine Belohnung in Höhe von umgerechnet 100 000 Dollar ausgeschrieben. Bei seiner Verhaftung verletzte er einen Polizisten mit einem Messer. 

    Pomasun, der laut einer Quelle in den Rechtsschutzbehörden zuvor für einen Diebstahl und einen Überfall auf einen Polizisten vier Jahre abgesessen hatte, droht die lebenslange Haft.

    Das Motiv für den Amoklauf ist bisher unbekannt.

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