13:13 23 Oktober 2020
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    Der Absturz der russsischen Landeswährung Rubel sollte als eine neue Chance für die kriselnde russische Tourismus-Industrie gesehen werden. Das erklärte der Generalsekretär der Welttourismusorganisation (UNWTO), Talib Rifai, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin.

    "Russland muss diese Gelegenheit ausnutzen, um sich wieder als ein Zielland der Touristen zu etablieren", sagte Rifai auf die Frage der Nachrichtenagentur SNA, wie der russische Tourismus wieder belebt werden kann. Durch den Rubel-Verfall sei Russland wieder für ausländische Touristen attraktiver geworden. Reisen nach Russland seien generell immer teuer gewesen, gerade was Hotelpreise betreffe. Das habe sich jetzt geändert, Touristen könnten jetzt mehr Geld im Land ausgeben und den Urlaub dort länger machen, fügte er hinzu.

    Rifai sagte ferner, dass der Sturz des Ölpreises und des Rubels sowie die wirtschaftlichem Schwierigkeiten in Russland erhebliche Faktoren für einen sechsprozentigen Einbruch in der Tourismusbranche des Landes waren. Als einer der aufstrebenden Märkte der Welt hatte Russland in den letzten zwei bis drei Jahren eine unglaubliche Zuwachsrate von durchschnittlich 20 bis 22 Prozent, was die Auslandsreisen von russischen Touristen betrifft. „Wir hatten jedoch im letzten Jahr einen Einbruch von sechs Prozent, was durch die schwächelnde wirtschaftliche Situation im Lande bedingt ist“, fuhr der Generalsekretär fort.

    Laut Rifai hatten sportliche Grossereignisse wie die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi auch positive Auswirkungen auf den russischen Tourismus. Die Tourismusbranche in Russland ist Medienberichten zufolge mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von unter drei Prozent noch relativ gering, bis zur Krim-Krise war sie jedoch stetig gewachsen.

    Die russische Regierung unterstützt die Branche seit einigen Jahren mit gezielten Förderprogrammen und baut die noch kaum vorhandene Infrastruktur aus, vor allem in Moskau.

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    Tags:
    Erdöl, Rubel, Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi, UNWTO, Talib Rifai, Moskau, Russland, Berlin, Krim