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14:29 19 September 2019
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    Bewältigung der Flüchtlingskrise: „Russland könnte Deutschland beraten“

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    Bei der Lösung der Flüchtlingskrise könnten Russland und Deutschland kaum ihre Kräfte zusammenlegen, sehr wohl aber Erfahrungen austauschen, meint Anne Hofinga, Initiatorin des Deutsch-Russischen Sozialforums im Rahmen des Petersburger Dialogs.

    Es handele sich um unterschiedliche Flüchtlingsprobleme in den beiden Staaten. Russland kümmert sich um Flüchtlinge aus der Ukraine, die kulturell wesentlich näher sind, sagte sie in einem Sputniknews-Interview. Dies erleichtert ihren Integrationsprozess vor allem sprachlich. Deutschland ist mit dem Flüchtlingszustrom vor allem aus Syrien überfordert. Das sind Menschen aus einem anderen Kulturkreis, die intergiert werden müssen, bzw. die die Sprache lernen und Gepflogenheiten kennenlernen müssen.

    „Ich denke, dass Russland sogar beim Beraten tätig werden kann für Deutschland, weil natürlich in der Russischen Föderation viele Völkerschaften  leben und integriert werden, sodass da in gewisser Weise sogar ein bisschen Starthilfe vielleicht möglich ist, wenn man bestimmte Leute zusammenbringt“, betonte die Expertin.

    Trotz aller Spannungen haben Russland und Deutschland viele erfolgreiche Projekte im kulturellen und sozialen Bereich umgesetzt. Damit die Prognosen für deutsch-russische Beziehungen gut sein könnten, müssten die Politiker miteinander vernünftig reden, meinte Anne Hofinga.

    „Wir müssen einfach unsere Politiker dazu aufrufen, doch wieder miteinander — und vor allen Dingen auf Augenhöhe — zu reden“, meint Anne Hofinga.

    In diesem Jahr tritt der von Altkanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin ins Leben gerufene Petersburger Dialog zum 14. Mal zusammen und findet im russischen Schwarzmeer-Kurort Sotschi statt. 2014 wurde das Treffen wegen einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen wegen des Ukraine-Konflikts abgesagt.

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    Migranten, Gerhard Schröder, Wladimir Putin, Deutschland, Russland