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    Grabmal von Karl Marx in London

    Briten vermarkten Grab von Karl Marx – „Er war doch kein Hippie“

    © Flickr/ Scott Kaintz
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    Umgerechnet sechs bis zehn Euro Eintrittsgeld – etwa so viel zahlen Besucher des Londoner Friedhofs „Highgate“, um das Grab des umstrittenen Philosophen, Ökonomen und Kapitalismus-Kritikers zu besichtigen, berichtet „The Wall Street Journal“.

    „Das ist einfach widerlich“, zitiert die Zeitschrift einen jungen Marxisten vor Ort. „Der Kapitalist ist zu allem bereit, wenn er der Meinung ist, dass er aus seinem schlechten Geschmack oder Ironie Geld machen kann“, fügte er hinzu.

    Eine noch größere Ironie sei, so das Blatt, dass Karl-Marx sich seine letzte Ruhestätte auf einem Privatfriedhof gekauft habe, statt sich sie vom Staat geben zu lassen. Deshalb werde das Geld, das bei den Besuchern des Grabmals einkassiert wird, für die Pflege des gesamten Friedhofs, wo noch weitere 170.000 Menschen ihre letzte Ruhe fanden, genutzt.

    Seit rund 40 Jahren sei der Betreiber des Friedhofs der Verein „Friends of Highgate Cemetery“.

    „Sie (die Marxisten – Anm. d. Red.) beschweren sich ständig und sagen mir, dass Marx sich in seinem Grab umdrehe“, sagte Ian Dungavell von dem Verein. „Ich erkläre ihnen stets, dass es sich um eine Umverteilung handelt, denn das ganze Geld, das von uns eingenommen wird, geht wieder zurück an den Friedhof.“

    Doch nicht alle Marxisten stemmen sich gegen diese Gebühr. „Marx glaubte, dass Arbeit belohnt werden muss. Und er glaubte nicht daran, dass eine klassenlose Gesellschaft nur durch die Weigerung, für Dinge zu bezahlen, erreichbar sei", sagt Alex Gordon, Vorsitzender einer marxistischen Wohltätigkeitsorganisation, die dabei hilft, sich um das Grabmal zu kümmern.

    „Er war kein Hippie, sagen wir es mal so“, betont Gordon.

    Tags:
    Marxismus, Eintrittsgeld, Friedhof, Karl Marx, London, Großbritannien
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