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23:13 22 September 2019
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    Aktion von Pixelhelper-Künstler an Berliner US-Botschaft

    „Jesus never spies“: Pixelhelper-Künstler über Aktion an Berliner US-Botschaft

    © Foto : Pixelhelper
    Gesellschaft
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    Als 2013 die Überwachungsaffäre publik wurde, hat Oliver Bienkowski, der Lichtkünstler aus Düsseldorf, diplomatische US-Vertretungen in Berlin, Düsseldorf und Frankfurt mit dem Slogan„United Stasi of America“ angestrahlt. Donnerstagnacht kam es zu einer weiteren spektakulären Aktion am Brandenburger Tor. Ein Interview.

    Herr Bienkowski, gestern Nacht ist Ihnen wieder eine spektakuläre Aktion im Herzen Berlins gelungen. Was genau haben Sie gemacht?

    Wir haben eine Aktion gegen den Überwachungsstaat gemacht und haben auf die US- Botschaft  das Bild von Jesus geleuchtet mit dem Spruch — Jesus never spies — also „Jesus hat niemals Spionage betrieben“.  Diese Woche ist herausgekommen, dass die Amerikaner mit Missionaren in Nordkorea seit über zehn Jahren militärisches Equipment als Sachspenden getarnt ins Land schmuggeln. Ich finde, man sollte Religion nicht als Spionageplattform benutzen.  Das war das Ziel unserer Aktion.

     Gab es Probleme mit der Polizei? 

    Ja, theoretisch hätte es keine Probleme mit der Polizei gegeben, aber wir hatten gestern Abend starken Nebel in Berlin, und das ist für Lichtprojektionen nicht unbedingt ideal. Das bedeutet, wir haben es einmal gemacht, das war nicht so hübsch, dann haben wir es nochmal gemacht, das war schon besser, aber beim dritten Mal sind dann Mitarbeiter aus der Botschaft herausgekommen und haben gefragt, was wir da eigentlich machen. Da konnten wir uns noch ganz gut rausreden, weil wir nur kleine Lichtprojektoren dabei hatten. Wir haben gesagt, wir machen Fotos — weil die kleinen Projetkoren aussehen wie Fotoapparate.

    Wir machen das seit 2008, und da gab es eigentlich nie wirkliche Probleme. Es gab auch immer wieder mal Verfahren, die dann aber eingestellt wurden mit dem Hinweis auf die Kunstfreiheit. Man kann es so sehen, ich bin ein Lichtkünstler und mache Lichtkunstkarikaturen, die ich dann temporär an die Fassaden projiziere, und das geschieht im Rahmen der Kunstfreiheit. Da sind wir konform mit dem Gesetz.

    Aktion von Pixelhelper-Künstler
    © Foto : Pixelhelper
    Aktion von Pixelhelper-Künstler

    Sind Sie in der Vergangenheit jemals für Ihre Aktionen belangt worden?

    Dazu gibt es eine Anekdote, als wir "NSA in da house" auf die amerikanische Botschaft projiziert haben, hat sich das Federal Department of State, so heißt es, glaube ich, in Amerika, sogar offiziell dazu geäußert. Die haben sogar gesagt, dass sie es gut finden, dass es so viel Meinungsfreiheit gibt, dass man das darf, obwohl sie es natürlich nicht gerne gesehen haben, aber ich fand es interessant, dass aus Amerika so eine Botschaft kam.

    Wie bereiten Sie so eine Aktion vor und mit wem arbeiten Sie zusammen?

    Wir bei Pixelhelper sind ein harter Kern aus etwa 42 Leuten, die in einer geschlossenen Facebook-Gruppe aktiv sind. Wir stellen da tagesaktuell dann unsere Themen rein und werden dann aktiv…

    Aber da weiß doch die NSA sofort Bescheid, oder nicht?

    Ja, ich denke auch, dass sie das wissen, aber ich habe mich damals nach der Aktion „NSA in da house“ — mit einem Botschaftsmitarbeiter unterhalten, und die haben gesagt, dass die NSA so intelligent ist, dass sie Terroristen von Künstlern unterscheiden können.

    Interview: Armin Siebert

    Das Interview in voller Länge:

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    Tags:
    US-Botschaft, NSA, Oliver Bienkowski, Berlin