16:35 31 März 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Die in letzter Zeit nach Europa strömenden Flüchtlinge kehren nie wieder heim, ihr Aufenthalt in EU-Ländern kann große Probleme nach sich ziehen, wie der Vorsteher der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, Mor Ignatius Aphrem II., auf einer Pressekonferenz in Moskau sagte.

    Allein bis zum September sind laut der EU-Grenzagentur Frontex rund 710.000 Flüchtlinge in die EU gekommen. Die EU-Kommission spricht schon jetzt von der schlimmsten Migrationskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

     „Wir danken denjenigen, die den Flüchtlingen helfen. Die EU-Länder müssen sich aber die Frage stellen, warum der Flüchtlingsstrom aus Syrien in den vergangenen Monaten so stark gestiegen ist, obwohl der Krieg bereits fünf Jahre so andauert? Hunderttausende Menschen verlassen Syrien — worin denn liegt der Grund dafür?“, sagte der syrische Patriarch.   

    Ihm zufolge hatten bereits mehr als 30 Prozent der Christen seit Kriegsausbruch Syrien verlassen. Die Anzahl der geflüchteten Menschen aus den von Extremisten kontrollierten Gebieten sei besonders hoch. 

    „Es liegt im Interesse Europas, etwas zu tun, damit Flüchtlinge ihr Land nicht verlassen, und gute Bedingungen für deren Verbleiben in Syrien zu schaffen“, betonte Mor Ignatius Aphrem II.

    Die Syrer „bringen ihre eigenen Ideen, ihre Lebensart mit nach Europa“, und dies könne gewisse soziale Gefahren in sich bergen. 

     „Wir glauben nicht daran, dass diejenigen, die jetzt in den Westen fliehen, irgendwann zurückkehren. Sie werden dort nach einem besseren Leben suchen“, sagte Mor Ignatius Aphrem II. weiter.

    Der Vorsteher der Syrisch-Orthodoxen Kirche besucht Russland zum ersten Mal nach seiner Amtseinführung. Den jüngsten derartigen Besuch hatte Mor Ignatius Zakka I. Iwas 1988 Russland abgestattet. Damals hatte er den Feierlichkeiten zum 1.000 Jahrestag der Taufe der Rus beigewohnt. 

     

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    Tags:
    Migranten, Frontex, Mor Ignatius Zakka I, Mor Ignatius Aphrem II, Europa, Syrien, Russland