03:53 21 November 2019
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    Umfrage: Hilfsbereitschaft der Deutschen sinkt – “Angst um Sozialstaat“

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    Die Hilfsbereitschaft der Deutschen, die die meisten von ihnen zu Beginn der Flüchtlingskrise an den Tag gelegt haben, scheint nun angesichts des nicht enden wollenden Zustroms der Asylsuchenden an ihre Grenzen gestoßen zu haben, wie eine neue YouGov-Umfrage zeigt.

    „Wir sehen schon an den Ergebnissen vom November, dass die Hilfsbereitschaft im Vergleich zum September sinkt“, sagt Holger Geißler, Vorstandsmitglied der YouGov Deutschland AG, gegenüber Sputniknews. „Es gibt mehr Menschen, die sagen: „Der Staat tut genug“, und diejenigen, die zwar sagen, sie möchten helfen, aber tatsächlich absteigen“, so Geißler.

    Dabei gebe es sehr klare Muster unter den Befragten: „Sehr viele Unterstützer der Flüchtlinge findet man unter den evangelischen Christen, auch bei Menschen islamischen Glaubens oder den Wählern der Grünen. Auch Menschen, denen es selbst gut geht, die viel Geld im Monat zur Verfügung haben, ist die Hilfsbereitschaft deutlich höher.“

    Umfrage

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    • Linke
      16.3% (2350)
    • AfD
      67.0% (9676)
    • FDP
      1.9% (269)
    • andere
      12.3% (1767)
    abgestimmt: 13

    Unter denjenigen, die der Flüchtlingshilfe sehr kritisch gegenüber stehen und explizit sagen, sie möchten nicht helfen, gebe es dagegen viele AfD-Wähler (33 Prozent). 

    Das Nicht-Helfen führt Geißler vor allem auf die steigende Angst der Bevölkerung zurück. „Ich glaube, bei Menschen, denen es nicht so gut geht, steigt tatsächlich die Angst, dass sie selbst dadurch Nachteile haben, und dass der Sozialstaat, von dem sie profitieren, leiden wird. Angst kommt vor allem dadurch, dass man nicht weiß, wie es weiter geht, wie viele Flüchtlinge noch kommen. Und man auch das Gefühl hat, dass die Bundesregierung aktuell nicht ganz so sicher ist, was sie tut“, sagt er.

    Ihm zufolge werde YouGov die Frage kontinuierlich weiter begleiten und im Abstand von zwei bis drei Wochen diese Fragen erneut stellen. „Wir hoffen, dass auf europäischer Ebene die Länder mehr zusammenarbeiten, weil es offensichtlich ist, dass ein Land alleine, auch so groß wie Deutschland, es nicht schaffen kann“, meint Holger Geißler.

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