16:31 21 Juni 2018
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    Blumen und Kerzen nach Terrorattacken in Paris

    Charlie Hebdo veröffentlicht Karikatur zu Blutbad in Paris

    © REUTERS / Vincent Kessler
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    Das französische Satire-Magazin hat schon mehrmals den Tod von Menschen verspottet und ist sich auch jetzt treu geblieben – auf der Website von Charlie Hebdo wurde eine Karikatur zum Thema des Pariser Sebstmordattentats, das die ganze Welt erschütterte, zur Schau gestellt.

    Noch frisch sind die Erinnerungen an Charlie Hebdo, als bei einem bewaffneten Überfall auf den Redaktionssitz des Magazins in Paris im Januar 12 Mitarbeiter und zwei Polizisten ums Leben gekommen waren. Damals kam es zu Solidaritätsdemonstrationen in mehreren Städten Europas, deren Teilnehmer Schilder mit der Aufschrift „Ich bin Charlie“ trugen. Das Attentat wurde von den Medien weltweit als ein Angriff auf die westliche Zivilisation und deren Grundwerte bezeichnet. 

    Bei den darauffolgenden Tragödien wie dem Absturz der malaysischen Boeing und der russischen Passagiermaschine A321 zeigte Charlie Hebdo selber aber kein Mitgefühl —  der Tod von hunderten Menschen war für die Zeichner ein guter Anlass, für sich zu werben.

    Nun wurde die französische Hauptstadt am Freitagabend von einer neuen Anschlagsserie erschüttert und das Magazin hat erneut gezeigt, dass Markenzeichen für sie wichtiger, als Menschenleben und Ethik sind. Auf der Website des Magazins wurde eine Karikatur von „typisch französischen“ Geistern in Baskenmützen und Schnurrbärten, die mit Baguettes unterm Arm ganz alltäglich irgendwo hineilen, veröffentlicht.  Der Text zum Bild lautet: „Franzosen kehren zum normalen Leben zurück“.

    Screenshot of the Charlie Hebdo website
    Screenshot of the Charlie Hebdo website

    Zuvor hatte der „Charlie Hebdo“-Zeichner Joann Sfar mit einem Bild in seinem Twitter-Account mitgeteilt, dass die Pariser für die Gebete aus aller Welt zwar dankbar seien, jedoch für eine Religion keine Verwendung mehr hätten.

    „Unser Glaube gilt nun Musik, Küssen, Leben, Champagner und Freude“, schrieb sie in einem kleinen Cartoon am nächsten Morgen nach dem Anschlag in Paris, der mindestens 132 Menschen das Leben kostete.

    Bilder von zweifelhaftem Geschmack sind ein „Markenzeichen“ des Magazins. Im Sommer erschien dort eine Karikatur zum Absturz einer malaysischen Boeing über dem Indischen Ozean. Die im September abgedruckten Karikaturen galten dem Tod eines dreijährigen syrischen Flüchtlingskindes. Anfang November hatte „Charlie Hebdo“ Karikaturen zum Absturz der russischen Passagiermaschine A321 auf der Halbinsel Sinai veröffentlicht, bei dem 217 Passagieren ums Leben gekommen sind.

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