05:40 18 Juni 2019
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    Proteste vor türkischer Botschaft in Moskau

    Leser westlicher Medien reagieren empört auf Ankaras Angriff auf russische Su-24

    © AFP 2019 / Kirill Kudryavtsev
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    Russischer Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen (204)
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    Viele Leser von westlichen Medien – darunter britischen, amerikanischen und deutschen – zeigen sich empört über den Beschluss der Türkei, das russische Flugzeug abzuschießen.

    „Es ist unklar, auf wessen Seite derzeit die Türkei steht. Unabhängig davon, ob das russische Flugzeug den Luftraum des Landes verletzt hat, bedeutet allein diese Tatsache wenig, wenn man bedenkt, dass die Su-24 keine Ziele innerhalb der Türkei hatte. Das war eine absurde, unangemessene Reaktion seitens der türkischen Regierung und ein klarer Versuch, den Dschihadisten-Freunden zu helfen“, schreibt TDog in einem Kommentar zu einem Artikel in „The National Interest“.

    „Wenn die Türkei Recht hat, haben sie das Flugzeug erst angegriffen, nachdem es in den syrischen Luftraum zurückgekehrt war. Daher war es keine Selbstverteidigungs-Maßnahme“, schreibt castlerock58.

    „Selbst wenn die Türkei Recht hatte, ist es eine zu krasse Reaktion, das Flugzeug abzuschießen und somit den Tod von zwei Piloten (einer der beiden Piloten hat laut jüngsten Angaben überlebt – d. Red.) herbeizuführen. Wenn Griechenland jedes Mal türkische Flugzeuge abschießen würde, wenn sie in seinen Luftraum eindringen, hätte die Türkei kein einziges Flugzeug mehr“, so A.Lex.

    © Ruptly .
    Absturz in Syrien: Russische Su-24 in 6000 Meter Höhe abgeschossen

    „Russland, dreh der Türkei den Gashahn zu oder beleg die Lieferungen mit einer 100-prozentigen Steuer. Der Westen steht auf Wirtschaftssanktionen, es ist Zeit, die gleiche Taktik anzuwenden“, kommentiert der Nutzer Tom Anderson einen Artikel in „The Telegraph“.

    „Als britische Flieger abgeschossen wurden, liefen die Nazis in die Felder und schossen auf sie, während sie mit Fallschirmen niedergingen. Der Islamische Staat und die Türkei sind schlimmer als die Nazis“, glaubt mel3.

    „Die Türkei spielt hier mit dem Feuer. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Erdogan den Islamischen Staat unterstützt (darunter durch Öl-Einkäufe), und Russland könnte leicht annehmen, dass der Angriff auf das Flugzeug mit seiner Anti-IS-Kampagne zu tun hat. Wir wissen, dass man Putin nicht vertrauen kann, aber Erdogan ist ein hartgesottener Islamist, der Mitgefühl mit dem IS hat. Die Nato sollte sich da nicht einmischen, weil die Türkei ein marginales Nato-Mitglied ist, und ihre islamistischen Ziele laufen den meisten Zielen der Allianz zuwider“, so der Nutzer Best Coast unter einem Artikel in der „LA Times“.

    „Die Türkei kann mit der Nato im Rücken in so einem Fall sicherlich etwas die Muskeln spielen lassen, aber der russische Jet war wohl keine Bedrohung, Zehn Warnungen hin oder her, war es hier wirklich nötig, zu schießen? Die Lage in der Region ist angespannt genug, warum muss da noch Öl ins Feuer gegossen werden?“, schreibt der Nutzer Mullersun als Kommentar zu einem Artikel im „Spiegel“.

    „Mir scheint, dass die Türkei auf eine irgendwie passende Möglichkeit gewartet hat, um ein russisches Flugzeug aus einem beliebigen Grund abzuschießen. Die Interessen Erdogans entsprechen leider nicht den unseren: Autonomie für syrische Kurden – nie; der Frieden in Syrien, wenn auch unter Assad, wenn es sein muss – nie; der Kampf gegen den IS – Erdogan sieht im IS keine Drohung, sondern eher einen akzeptablen Partner. Die Lage in Syrien ist völlig außer Kontrolle. Ich glaube, hier lässt sich ein gemeinsamer Nenner finden“, kommentiert wobec einen „Zeit“-Artikel.

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    Kampfjet-Abschuss: Russlands Verteidigungsamt zeigt Su-24-Flugdaten

    „Die Türkei war nicht gefährdet. Mit dem anschließenden Abschuss habe man die türkische Souveränität verteidigt. Was ist denn dann mit der Souveränität des Irak und Syriens? Die wird von der Türkei tagtäglich missachtet. Niemand in der Türkei ist gefährdet durch die russische Luftwaffe. Wozu dann dieser Abschuss?“, kommentiert andreas0068 einen Artikel auf der Webseite der „Tagesschau“.

    „Was soll Putin denn machen? Es ist schon schlimm genug, dass Deutschland auf Erdogan angewiesen ist, um einigermaßen Ordnung in das Flüchtlings-Chaos zu bringen. Noch viel schlimmer allerdings ist es, dass alle Bemühungen des Westens, den schrecklichen IS zu bekämpfen, solange wirkungslos bleiben, solange dieser türkische Diktator seinen Privatkrieg gegen die türkischen Kurden im Irak und in Syrien weiterführen darf – und hoffentlich seit heute nicht auch noch mit dem „offiziellen Segen“ der Nato. Irgendwann – und das dauert nicht mehr lange – wird man auch im Westen merken, dass Putin in diesem Kampf der verlässlichere Partner ist“, so Schlagloch unter demselben Artikel.

    „Der Islamist Erdogan spielt mit Feuer und auf unseren Nerven. Die Beziehungen Europas mit der Türkei erfordern dringend einer Revidierung“, kommentiert ANDERNOS einen Beitrag in der französischen Zeitung „Le Figaro“.

    „Seitdem die Türkei ein doppeltes Spiel spielt, ist nichts mehr verwunderlich“, bemerkt Poussezpas dazu.

    Zwar treten die meisten Nutzer gegen die Handlungen der Türkei auf, manche finden für die Handlungen des Landes jedoch Rechtfertigungen: „Wenn man den Luftraum eines Nato-Landes verletzt, heißt das, dass man die Konsequenzen akzeptiert“, schreibt zorbatheturk auf der Webseite von „The Telegraph“.

    „Die Türkei hat einen Strich unter der Rechnung gezogen. Sie wird sich nicht mehr mit den Verletzungen ihres Luftraums durch arrogante russische Flieger abfinden. Es war ein klares Signal. Mal schauen, ob die Russen wieder gegen den Luftraum verstoßen“, kommentierte Dan H einen Artikel in „The National Interest“.

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    Migrationspolitik, Öl, Medien, Su-24, EU, Russland, Türkei