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    Terror und Flüchtlinge: „Immer mehr Deutsche kriegen kalte Füße“ – Forscher

    © REUTERS / Yannis Behrakis
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    Die Deutschen haben ein gesteigertes Bedürfnis nach Sicherheit und Verteidigungsmitteln, fand der Verband deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler heraus. Die Terrorgefahr mache den Bürgern dabei eigentlich weniger Angst, als lokale Kriminalität. Die Flüchtlingskrise sorge jedoch zunehmend für kalte Füße, sagt Angstforscher Borwin Bandelow.

    „Die Gefährdungslage durch Terrorismus ist eigentlich nicht sehr hoch. Die Gefahr ist neu und unberechenbar, deswegen man hat Angst von der statistischen Wahrscheinlichkeit, obwohl sie geringer ist als etwa das Sterben durch Blitzschlag“, erläutert Prof. Dr. Borwin Bandelow, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Göttingen, für Sputniknews.

    Als Folge der Terroranschläge werde jetzt sehr viel über Angst geredet. Allerdings hören solche Angstzustände in der Regel wieder auf, so der Forscher weiter: „Etwa vier Wochen nach einem Anschlag merkt man, dass die Leute sich wieder beruhigen. Die Angst hält nicht länger an, weil die Menschen adaptionsfähig sind.“

    Medien bringen Befriedigung: „Mich hat´s nicht erwischt“

    Die gestiegene Nachfrage nach Verteidigungsmitteln habe ihm zufolge eher mit der Zunahme der Kriminalität zu tun: „Es ist zu einer signifikanten Erhöhung von Einbruchsdiebstählen, auch Bankenkriminalität in Deutschland gekommen. Was die internationale Bedrohung angeht, sollte man derzeit noch gelassen sein. Ich glaube nicht, dass die Bedrohung durch Terror zu einer langfristigen Veränderung der deutschen Gesellschaft führt, obwohl wir derzeit auch sehr viel Angst haben.“

    Die Medien, die immer intensiver über die Terrorgefahr schreiben, seien Bandelow zufolge an dieser Angst nicht schuld. Im Gegenteil: „Wir empfinden sogar eine gewisse Befriedigung, wenn wir über schreckliche Dinge oder Katastrophen lesen.“  Auch die Angst werde dadurch geringer, man denke: „Mich hat es nicht erwischt“. Generell merke er jetzt aber mehr Solidarität und Zusammenhaltung bei den Deutschen.

    „Wir haben uns zu viele Flüchtlinge ins Land geholt“

    Auch die Flüchtlingskrise präge immer auffälliger die Stimmung der Deutschen. Dem Angstforscher Bandelow zufolge geben die früher sehr liberalen Menschen diese liberale Haltung gegenüber Flüchtlingen auf. „Das merkt man auch bei Politikern: Viele Menschen kriegen jetzt kalte Füße und denken: „Wir haben uns zu viele Flüchtlinge ins Land geholt“. Wir werden ein extremes Problem bekommen, weil wir als Deutsche schon wissen, dass viele ausländische Mitbürger nicht genügend integriert  wurden, so dass wir damit rechnen müssen, dass solche Probleme sich wiederholen werden“, meint der Forscher.

    Man habe schon die Meinung, dass sehr viele harte Maßnahmen von großen Teilen der Bevölkerung eigentlich gewünscht werden.  „Denn es ist nicht so einfach, die Flüchtlinge davon abzuhalten, weiter nach Deutschland zu kommen. Ich hoffe nur, dass alles einen friedlichen Verlauf nimmt. Das wird aber nicht einfach abgehen“, so Prof. Bandelow.

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