03:22 16 Dezember 2019
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    Forsa: Flüchtlinge und Terror sind Top-Themen bei den Deutschen

    © AFP 2019 / Vladimir Simicek
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    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
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    Die Flüchtlingskrise war das Top-Thema, mit dem sich die Deutschen laut einer Forsa-Umfrage in letzter Zeit am meisten auseinandergesetzt haben, gefolgt vom Thema islamistischer Terror. Die zwei Probleme wissen die Deutschen dabei sehr gut voneinander zu trennen, betont Dr. Peter Matuschek von der Meinungsforschungsgesellschaft Forsa.

    „In der Tat war die Flüchtlingskrise das Thema, das die Leute als das dominante Thema wahrgenommen haben“, bestätigte er gegenüber Sputniknews. „Interessant ist eigentlich, dass die Deutschen das Thema weniger emotional verfolgen, als die politische Diskussion das manchmal erwarten lässt. Nur zehn Prozent sagen, die Begrenzung des Flüchtlingszustroms sei die allererste Priorität. Die meisten Deutschen denken ganz pragmatisch und nehmen die Flüchtlinge eher als ein Problem wahr und nicht als eine Bedrohung“, so der Experte.

    Als das zweitwichtigste Thema gaben die Deutschen die Terrorgefahr an. Einen Zusammenhang sehe Matuschek dort nicht, im Gegenteil: „Was wir gesehen haben, ist, dass die Menschen doch die zwei Top-Themen sehr klar trennen: Vielen ist ja bewusst, dass die meisten Flüchtlinge vor Terror fliehen.“

    „Medien und Politik sprechen über nichts Anderes“

    Ähnlich wie bei der Pegida-Bewegung trage die Berichterstattung dazu bei, dass das Thema auffalle: „Interessanterweise sagt immer noch ein sehr großer Anteil der Befragten, sie hätten persönlich davon noch gar nichts gesehen.  Das heißt, diese  Beschäftigung mit dem Thema passiert in erster Linie deshalb, weil die Politik und die Medien über fast nichts Anderes sprechen. Bei einer Umfrage sagte die Mehrheit auch, nicht die Ausländer, sondern die Pegida sei das größte Problem in ihrer Stadt. Und nur eine Minderheit identifiziere sich mit dieser Bewegung. Also die Wahrnehmung der Menschen war eine andere als das Bild in den Medien“, sagte Matuschek.

    Eine Tendenz zur Radikalisierung sehe er in Deutschland nicht: „Wir haben einen ähnlichen Anteil seit vielen Jahren von Menschen, die rechtsradikal oder für bestimmtes Gedankengut anfällig sind.“ Dieser Anteil habe sich nicht erhöht. Der relative Erfolg der AfD hänge vor allem damit zusammen, dass sie ihre Wähler wieder mobilisiert und keine Stimmen dazu gewonnen haben.

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    Tags:
    Migranten, Terrorismus, PEGIDA, Peter Matuschek, Deutschland