10:20 30 März 2020
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    Nicht der Ukraine-Konflikt, sondern die Terrorgefahr und die Flüchtlingskrise sind die Top-Probleme für Europa. Und es ist an der Zeit, sich gemeinsam mit Russland dem globalen Feind zu widmen, ist sich der deutsche Autor und Philosoph Thomas Fasbender sicher.

    „Wir laufen in Europa auf eine Umbruch-Situation hinein. Das europäische Ideal – die Überwindung des Nationalen – hat sich überlebt“, sagt Thomas Fasbender bei der jährlichen Medienveranstaltung in „It´s time for Moscow“ gegenüber Sputniknews.  „Wir haben eine Rückkehr des Themas nationale Identität quer über den Kontinent. Nicht zuletzt ist auch die Ukraine-Krise auch dessen Ausdruck.“

    „Man macht sich im Westen viel vor, wenn man denkt, die Ukrainer hätten für Freiheit Europa und Demokratie gewählt – das sind Worthülsen. Die Idee des Nationalen ist definitiv am Erstarken. Diejenigen, die dagegen weiter auf den Kurs der europäischen Integration setzen, werden sich meiner Überzeugung nach auf der Verlierer-Seite wiederfinden. Europa steht vor tiefgehenden Veränderungen“, so der Autor. 

    Man müsse weiterhin hoffen, dass die beteiligten Mächte einen Weg finden, die Ukraine-Krise aus der Welt zu schaffen: „Man ist, zumindest unter den Wirtschaftstreibenden, realistischer geworden. Es hat in diesem Jahr eine Verbesserung in der Wahrnehmung Russlands gegeben.  Der Konflikt ist aus den Schlagzeilen raus nicht zuletzt, weil Russland einen sehr geschickten strategischen Schachzug mit dem Engagement in Syrien unternommen hat. Inzwischen ist auch klar geworden, dass das größte Problem in Europa nicht die Ukraine ist, sondern die Flüchtlingskrise, der IS, die Rückkehr des fundamentalistischen Terrors.“

    Das Wort „Russland-Versteher“ sei für Fasbender das Unwort des Jahres. „Es ist dringend erforderlich, dass man es wieder in seinem Wortsinn benutzt. In einer globalisierten Welt ist das gegenseitige Verstehen das Allerentscheidendste“, sagt er.

    Europa müsse sich darauf besinnen, dass die Einheitlichkeit des christlichen Abendlandes wichtiger für die Zukunft des Kontinentes ist als die Frage, ob jetzt mehr der Westen in seiner Vorstellung von Politik Recht habe oder die Russen. „Wir müssen uns dem gemeinsamen Gegner — dem islamischen Terrorismus – widmen“, schlussfolgert Fasbender.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, EU, Russland, Ukraine