01:40 15 Dezember 2017
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    Kundgebung gegen islamischen Sittenterror

    Straffreiheit für deutsche „Scharia-Polizei“ und Terrorverdacht gegen ihren Prediger

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    2014 sind Islamisten als „Sittenwächter“ durch die Straßen Wuppertals patrouilliert, nun wurde ihr Initiator wegen Terrorverdacht gefasst. In einem Interview für Sputnik News äußerte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert, dass man trotz Ablehnung eines Hauptverfahrens weiter gegen die Salafisten-Gruppe vorgehen wird.

    Im vergangenen Jahr initiierte Sven Lau, ein deutschstämmiger Salafisten-Prediger, einen Auftritt von Islamisten, bei dem die in Warnwesten mit dem Aufdruck „Shariah Police“ bekleideten „Sittenwächter“ durch die Straßen Wuppertals patrouillierten. 

    Damals gab es einen Aufschrei in Politik und Öffentlichkeit – Scharia bedeutet im Arabischen zwar so viel wie „der Pfad, der zum Heil führt", doch bekanntlich erlauben ja Scharia-Gerichte in anderen Ländern häusliche Gewalt und Exekutionen.

    Nach der islamistischen Patrouille erhob die Staatsanwaltschaft zwar Anklage gegen Lau und seine Gruppe, da sie gegen das Uniformverbot verstoßen hätten. Diese wurde jedoch vom Landgericht Wuppertal in der vergangenen Woche abgewiesen – von den Warnwesten sei keine einschüchternde, militante Wirkung ausgegangen. Allerdings ist ein Teil der Anklage zugelassen worden, weil Lau die Demonstration nicht angemeldet hatte.

    Vor dem Hintergrund des Flüchtlingszustroms fürchtet man deshalb, dass in Deutschland künftig die Scharia das Grundgesetz ersetzen könnte. Auch weil Initiator Lau nun in Mönchengladbach wegen Terrorverdacht verhaftet worden ist.

    In einem Gespräch mit Sputnik News will sich der Wuppertaler Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert mit einer Ablehnung des Hauptverfahrens gegen den Fall mit der „Scharia-Polizei“ jedoch nicht zufrieden geben – er stellt klar, dass es sich um insgesamt zwei Straftaten handelt:

    „Da ist der Fakt, dass dort eine politische Versammlung abgehalten worden ist, ohne diese vorher anzumelden, und ein Verstoß gegen das Uniformverbot – das besagt, dass man keine Uniform oder uniformähnliche Bekleidung bei politischen Versammlungen tragen darf“, betonte Baumert.

    Gegen den „Rädelsführer“ der ganzen Sache werde es ohnehin, so der Staatsanwalt, ein Strafverfahren geben. Was die anderen Teilnehmer angehe, so habe das Landgericht Wuppertal die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt.

    „Wir wollen aber dagegen vorgehen, und zwar mit der sofortigen Beschwerde direkt beim Oberlandesgericht Düsseldorf. Dann bleibt abzuwarten, wie das Oberlandesgericht urteilt“, fügte er hinzu.

    Lau werde nun verdächtigt, die dem „Islamischen Staat“ nahestehende Terrororganisation Dschaisch al-Muhadschirin wal-Ansar (Jamwa) in Syrien unterstützt zu haben, berichtet SPIEGEL ONLINE am Dienstag.

    So soll er vermutlich für eine Terrororganisation rekrutiert sowie logistische und finanzielle Unterstützung geleistet haben.

    Sven Lau
    © REUTERS/ Ina Fassbender
    Sven Lau

    Sven Lau wurde 1980 in Mönchengladbach in einer katholischen Familie geboren. Er konvertierte später zum Islam und reiste nach eigenen Angaben nach Ägypten und nach Syrien. Mehrmals hatten Behörden gegen ihn ermittelt, wobei Lau auch eine Zeitlang in Untersuchungshaft saß.

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    Tags:
    Scharia, Muslime, Islam, Terrorismus, Dschaisch al-Muhadschirin wal-Ansar (Jamwa), Islamischer Staat, Sven Lau, Wuppertal, Deutschland