21:21 10 Dezember 2016
Radio
    Protestkundgebung in Köln

    LINKE-Politikerin zu Übergriffen in Köln: Medien dürfen keine Angst schüren

    © REUTERS/ Wolfgang Rattay
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    Silvester-Übergriffe gegen Frauen in Köln (53)
    3531622627439

    Gegen die Art und Weise, wie die meisten Medien über Übergriffe in der Silvesternacht in Köln berichten, hat sich Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der LINKE-Fraktion im Bundestag geäußert.

    „Meine Solidarität gilt natürlich den Opfern, besonders den Frauen. und das muss strafrechtlich konsequent verfolgt werden. Ich halte es aber für wichtig, dass man da nicht die Vermischung vornimmt, Flüchtlinge sind jetzt hier, um Frauen zu vergewaltigen und die Menschen auszurauben“, sagte sie in einem Sputniknews-Interview. „Auch wenn ich nicht in Frage stellen will, dass hier durchaus auch Ausländer beteiligt gewesen sind.“

    „Ich finde durch die Art und Weise, wie darüber in den Medien berichtet wird, dass da eine Stimmungsmache entsteht und dass man gar nicht mehr über die Probleme redet, die Flüchtlinge eigentlich bewältigen müssen“, führte sie weiter aus. „Das wir fast jeden Morgen aufwachen — und schon wieder musste ein Flüchtlingslager geräumt werden, weil die Menschen nach wie vor in Zeltstädten hausen und derzeit gerade davon bedroht sind, da draußen zu erfrieren.“

    „Ich glaube, wir müssen einfach damit aufhören, ständig Ängste zu schüren vor jeder Großveranstaltung, dass da möglicherweise ein Terroranschlag stattfinden könnte“, äußerte Jelpke. „Wir bekommen ständig von irgendwelchen ausländischen Geheimdiensten Hinweise, ich frage mich da manchmal, was macht eigentlich unser eigener Geheimdienst?“

    „Wir müssen sehr genau hinschauen, denn auch in Deutschland kann es Anschläge geben“, betonte sie. „Aber diese Angst- und Panikmache wird das Leben des Einzelnen verändern. Diese Angst müssen wir verhindern, es kann nicht sein, dass wir in einer Gesellschaft voller Angst leben.“

    Zu der Empfehlung der Kölner OB Henriette Reker, Frauen sollten beim bevorstehenden Kölner Karneval wie auch bei anderen Massenveranstaltungen „sich schützen, indem Sie eine Armlänge Abstand halten“, meinte die LINKE-Politikerin:  „Also, ich weiß nicht ob das hilft, eine Armlänge Abstand zu halten  — immer darauf zu achten, ob neben mir da jetzt ein potentieller Gewalttäter hergeht — das stelle ich mir anstrengend vor. Ich glaube, Frauen sollten generell lernen, sich selber zu verteidigen um selbstbewusster durchs Leben gehen zu können.“

    Themen:
    Silvester-Übergriffe gegen Frauen in Köln (53)

    Zum Thema:

    Köln: Drei Festnahmen nach Übergriffen
    Überfälle in Köln: Stadt und Polizei kommen zu Krisensitzung zusammen
    Tags:
    Die LINKE-Partei, Ulla Jelpke, Köln

    Top-Themen

    • Situation in Aleppo

      Rund 50.000 friedliche Bürger haben die östlichen Teile von Aleppo in den vergangenen zwei Tagen über die von Russland organisierten humanitären Korridore verlassen, wie der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow mitteilte. Ihm zufolge wurden allein am Samstag mehr als 20.000 Menschen evakuiert.

      4819441
    • Edward Snowden

      Der berühmte US-Filmemacher Oliver Stone hat bei den Dreharbeiten zum Film „Snowden“ über den ehemaligen Geheimdienstler Edward Snowden mit Russlands Präsident Wladimir Putin gesprochen, wie Stone am Samstag in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Times“ sagte.

      32471
    • Nato

      Nach Presseberichten gab es an einem Berliner Seeufer im letzten Sommer was zu feiern. Danach soll der künftige deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen, Herr Christoph Heusgen, die Laudatio bei einer Preisverleihung auf den Kommunikationschef der Nato, Mister Jamie Shea, gehalten haben. Kein Wunder, was da geschah.

      393876
    • Die Flagge von Polen und der EU

      Polen hat laut dem Chef der größten oppositionellen Partei des Landes, der „Bürgerplattform“, und Ex-Außenminister Grzegorz Schetyna. seinen Einfluss auf die europäische Politik verloren. Ihm zufolge will niemand außer Ungarn nun noch mit Polen zusammenarbeiten.

      344851
    • John Kerry

      US-Außenminister John Kerry hat die bewaffnete syrische Opposition zu einem ersten Schritt für die friedliche Regelung der Krise im Land aufgerufen.

      313625
    • Bundeskanzlerin Angela Merkel

      Die jüngsten Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz Daesh (auch IS, Islamischer Staat) haben laut Bundeskanzlerin Angela Merkel die Sicherheitslage in Deutschland verschärft. Wie die Kanzlerin in einem wöchentlichen Video-Podcast sagte, müssen nun die Einsätze der Bundespolizei an den EU-Außengrenzen verstärkt werden.

      461898