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    Nach Übergriffen in Köln: Polizei räumt Fehler in Organisation und Pressearbeit ein

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    Silvester-Übergriffe gegen Frauen in Köln (56)
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    Zum Zeitpunkt des Silvesterabends war es laut Arnold Plickert, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft NRW, keinem bekannt, dass „so eine große Gruppe hochalkoholisiert nach Köln reist und dann völlig auseinandergleitet“. „Für diese Anzahl waren zu wenig Kräfte da“, räumte er in einem Sputniknews-Gespräch mit Matthias Witte ein.

    Die Pressearbeit der Polizei sei auch „nicht ideal“ verlaufen, so Plickert. Dass so lange verschwiegen wurde, bei den Tätern an Silvester auf dem Bahnhofsplatz in Köln handle es hauptsächlich um Araber und Nordafrikaner, sei zwar verständlich, aber nicht richtig.

    „Bei Befragungen nach Berufsgruppen landen wir immer unter den ersten zehn mit 84 Prozent, das heißt, die Menschen in dieser Republik vertrauen ihrer Polizei — und wenn sie jetzt feststellen würden, dass bewusst irgendwelche Dinge nicht genannt wurden, dann wäre das dramatisch. Denn wir müssen im Gegenteil Ross und Reiter benennen, wir müssen das machen, um die vielen Tausende friedliche Flüchtlinge, friedlichen Asylanten zu schützen, aber wir müssen die benennen, die hierherkommen und Straftaten begehen und in so einem Mob so massiv gegen Frauen vorgehen. Da muss ich dann nicht mehr lange überlegen, ob ich die Nationalität angebe, sondern das ist für mich einfach eine Selbstverständlichkeit.“

    Mittlerweile stellt es sich heraus, dass sich größere Gruppen junger Männer abgesprochen hatten, sich an Silvester in Köln zu treffen, fügte er hinzu. „Diese jungen Männer wohnen ja zusammen in Stadtvierteln und jede Gruppe hat informelle Führer. Aus meiner Sicht reicht eine WhatsAapp-Gruppe von 30-40 Personen, und damit kriege ich eine Zielgruppe von etwa 1000 Mann zusammen.“

    Nun soll sich die Polizei in Köln auf weitere stürmische Ereignisse gefasst machen, unter anderem auf Aktionen von Pegida und Hogesa am kommenden Wochenende.  „Auf der einen Seite sind es Pegida und Hogesa, die die Geschehnisse jetzt für ihre Zwecke nutzen möchten, und auf der anderen Seite wieder eine Gegendemo, also der Linken und des bürgerlichen Spektrums“, sagte Plickert. „Und da ist meine Bitte insbesondere in den Bereich der Linken, das friedlich demonstriert wird und dass da Ruhe bewahrt ist, damit meine Kollegen nicht wieder zwischen die Fronten geraten.“

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    Arnold Plickert, Köln, Deutschland