20:41 05 Dezember 2019
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    Gastronomin: Bar erst nach Untätigkeit der Behörden "asylantenfrei" gemacht

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    In Bad Ischl gibt es seit kurzem eine Bar, die Flüchtlinge vom Besuch ausschließt. Nach mehreren Fällen sexueller Belästigung durch Migranten hatte die Besitzerin ihr Lokal für "asylantenfrei" erklärt. Im Interview mit Sputnik erläutert sie, dass dies eine Zwangsmaßnahme gewesen war, da die lokale Regierung das Problem nicht ernstgenommen habe.

    „Es ist so, dass seit November bei mir Asylanten als Gäste waren. Und zwar viele, die immer mehr und mehr meine weiblichen Gäste belästigt haben – sie betatscht, begrapscht, sie mit Blicken ausgezogen bzw. ihnen bis zur Toilette gefolgt sind oder bis nach draußen vor die Tür", sagte Barbesitzerin Karin Siebrecht-Janisch.

    Seit der Silvesternacht, so die Wirtin, hätten solche Geschehnisse „jetzt überhandgenommen". Belästigt worden sei auch das Lokalpersonal.

    „Vor allem meine Kellnerinnen während der Arbeit, und dann haben sich diese nicht zahlenden Gäste, also diese Asylanten, die wir momentan in Bad Ischl haben, einfach an die Tische hingesetzt und die Getränke der zahlenden Gäste ausgetrunken."

    Laut Siebrecht-Janisch wurden verschiedene Versuche unternommen, das Problem durch die lokalen Behörden zu lösen, aber es gab keine ernste Reaktion darauf.
    „Und dann hab ich dem Herrn Bürgermeister von Bad Ischl geschrieben, dass es so nicht weitergehen kann mit den momentanen Asylanten. Er hat mich dann in Ischl zur Sarsteinerstiftung,  wo diese Leute zum Großteil untergebracht sind, verwiesen. Da haben wir uns die Leute angeschaut und einige auch identifizieren können", erzählte die Barbesitzerin.

    „Das wurde aber dort, ehrlich gesagt, nicht ernst genommen und belächelt. Das Einzige, was wir dort zu hören bekommen haben, war,Das kann ich mir nicht vorstellen‘“, fügte sie hinzu.

    Um ihre Gäste zu schützen, musste Siebrecht-Janisch laut eigenen Angaben die Angelegenheit selbst anpacken: Sie führte ein Hausverbot für Flüchtlinge sowie Eintritt von zwei Euro  für alle Gäste ein. Kritik aus der Öffentlichkeit habe es dabei nicht viel gegeben, sagte sie: „Ich sag mal so: Ich hab 30 Prozent Kritik bekommen, 70 Prozent sind für mich."

    Siebrecht-Janisch zufolge „trauen sich natürlich die Wenigsten", ihre Meinung zum aktuellen Problem zu äußern. „Ich war eben die Erste, die den Mund aufgemacht hat. Ich trau mich da“, so die Gastronomin.

    Ihre Einstellung habe aber nichts mit Politik zu tun, wie die Lokalbesitzerin erläuterte, und diene nur dem Schutz ihrer Gäste: „Ich bin selber politisch unabhängig, ich gehör keiner Partei an. Ich gehöre nur mir selber an, meiner Arbeit und nur mir. Und ich steh zu meiner Meinung und ich steh zu mir selber, zu meiner Familie, zu meinen Angestellten und zu meinen Gästen. Ich bestehe auch darauf, dass ich öffentlich auch als Barbesitzer meine Meinung sagen darf."

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