19:09 29 März 2017
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    Übergriffe von Asylbewerbern in Bad Ischl - Nobler Kurort kommt in die Schlagzeilen

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    Migrationsproblem in Europa (1261)
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    Bad Ischl ist ein romantischer Kurort im Salzkammergut in Österreich. Die ehemalige Sommerresidenz von Kaiser Franz Joseph I. und seiner Gemahlin Sissi erfreut sich winters wie sommers großer Beliebtheit bei Touristen. Anfang des Jahres ist aber der noble Urlaubsort nach sexuellen Übergriffen durch Asylbewerber in die Schlagzeilen gekommen.

    In dem 14.000-Einwohner-Städtchen Bad Ischl sind 120 Flüchtlinge untergebracht. Die Gesamtzahl ist seit mehr als einem Jahr konstant – während die einen Flüchtlinge in andere Städte fortgehen, kommen neue hinzu.

    Die Stadträtin für Soziales und Integration in Bad Ischl, Ines Schiller (SPÖ), räumt ein, dass viele junge Flüchtlinge frustriert sind, weil die Bearbeitungszeit der Asylanträge so lange dauert.

    Mehr zum Thema: Gastronomin: Bar erst nach Untätigkeit der Behörden "asylantenfrei" gemacht

    Charly’s Bar in Bad Ischl
    © Sputnik/ Armin Siebert
    Charly’s Bar in Bad Ischl

    „Ausgelastet sind die alle natürlich nicht. Jeder in dem Alter geht normalerweise Vollzeit arbeiten oder studiert, aber das dürfen sie ja hier nicht“, sagt sie in einem Sputniknews-Gespräch mit Armin Siebert. „Die Leute kommen erst in die Erstaufnahmezentren und dann werden sie freien Wohnplätzen zugewiesen. Bei uns in Bad Ischl übernimmt die Volkshilfe die Betreuung. Dann sind sie registriert und haben die Gesundheitsuntersuchungen gemacht. Und dann warten sie auf einen Termin beim BFA (Bundesamt für Fremdenhilfe und Asyl) für den Asylantrag. Das kann unterschiedlich lange dauern. Wir hatten Fälle, die hatten nach drei Wochen einen Termin. Wir hatten aber auch Fälle, die bis zu einem Jahr gewartet haben, und dann geht das eigentliche Verfahren erst los.“

    Die für die Flüchtlinge zuständige Mitarbeiterin der Volkshilfe war weder zu einem Interview bereit, noch war es möglich, die Flüchtlingsunterkunft zu besuchen und mit den Migranten zu sprechen. Dies sei aufgrund des laufenden Verfahrens untersagt.

    Inzwischen hat nämlich eine Kellnerin aus Charly’s Bar Anzeige erstattet.

    Die Einheimischen in Bad Ischl haben nichts gegen die Flüchtlinge, so lange es keinen Ärger gibt. Die Pensionsinhaberin Edith W. vermutet einen anderen kulturellen Hintergrund, eine in den Heimatländern der Flüchtlinge übliche Geringschätzung gegenüber Frauen als Ursache für die Vorfälle in Charly’s Bar. Der Speditionsfahrer Alois B. sieht das pauschale „Welcome“ von Frau Merkel als Grund dafür, dass nicht nur Bedürftige ins Land gekommen sind, und fordert härtere Kontrollen an den Grenzen.

    Bad Ischls Bürgermeister Hannes Heide (SPÖ) hört durchaus auf die Gespräche der Bürger in der Stadt:

    „Die Problematik der Flüchtlingsströme wird natürlich auch hier in der Bevölkerung diskutiert. Es gibt Ängste und Befürchtungen. Und gewisse Stimmungen fallen da durchaus auf einen Boden, der fruchtbar ist“, so der Stadtvater. Er fordert auf, den unangenehmen Vorfall in der Bar nicht übermäßig zu dramatisieren.

    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1261)

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    Tags:
    Migranten, Charly’s Bar, Ines Schiller, Hannes Heide, Armin Siebert, Bad Ischl
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    Alle Kommentare

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      Da haben wir es wieder. Die Flüchtlinge belästigen unsere Frauen. Alle Flüchtlinge sind gleich. Wir müssen uns wehren. EIn Russe z.B. wüde so etwas nie tun.
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      norbert_srb
      Purer Pleonasmus - Wortreichtum ohne Informationsgewinn.
      Ich glaube der Ort macht auf diese Weise Werbung für sich.
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      ThomasAntwort annorbert_srb(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      norbert_srb, die üblich völlig unbekannten Bars mal im Europalicht. Die lassen sich für Werbung echt viel einfallen.
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      MiamiAntwort annorbert_srb(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      norbert_srb, die Geschichte haben Alleine die Medien ans Tageslicht gebracht,
      das ist keine versteckte werbung.
      Natürlich gibt es in Bad Ischl Probleme mit Asylwerbern, so wie überall sont.
      Aber wieso man hier so eine alltägliche Geschichte aus einer österr. Kleinstadt publik macht, ist unerklärlich.
      Besser wären Tatsachenberichte über russische Probleme, die dem Land schön langsam über dem Kopf wachsen
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      Andreas
      Bitte verweisen Sie auch hier auf unabhängige Quellen - der Fall "Lisa", der in Sputniknews im Hauptmenü derzeit von links nach rechts wandert, von Politik zu Gesellschaft, ist zu dubios.
    • zimbo
      Habe gestern mit einem Hausmeister eines Lagers in wien gesprochen.

      Die Leute scheissen sogar in die Aufzüge.

      Sind aber natürlich nicht alle.
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