19:09 29 März 2017
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    Deutsche Polizei überfordert Gewerkschaftschef warnt vor „innerer Kündigung“

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    Seit Oktober 2015 schlägt die deutsche Polizei Alarm und versucht die Bundesregierung auf die sich häufenden Überstunden von Polizeibeamten aufmerksam zu machen – bislang erfolglos. Nun wendet sich Gewerkschaftschef Rainer Wendt direkt an den Innenminister de Mazière: Dieser müsse dafür sorgen, dass die Polizei entlastet wird.

    Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat sich in einem Video-Statement für Focus-Online mit der Forderung an Bundesinnenminister Thomas de Mazière gewandt, die Polizei von allen Aufgaben zu entbinden, „für die die Beamten gar nicht ausgebildet sind.“

    „Tausende Polizisten sind seit Monaten weit von ihrem eigentlichen dienstlichen Auftrag eingesetzt. Sie erfüllen Aufgaben, für die sie eigentlich gar nicht ausgebildet wurden und was auch mit Polizeiarbeit gar nichts zu tun hat“, sagte Wendt gegenüber Focus.

    Psychisch und körperlich belastend sind dem Gewerkschaftschef zufolge nicht nur die 12-Stunden-Schichten sondern auch fürchterliche menschliche Schicksale, mit denen die Polizeibeamten täglich konfrontiert würden.

    Der Bundesinnenminister sei jetzt gefordert, schnell und kurzfristig für Entlastung zu sorgen.

    „Wir haben Herrn Thomas de Maizière schon vor weit mehr als einem Jahr vorgeschlagen, Tausend sogenannte bundespolizeiliche Unterstützungskräfte einzustellen. Das sind befristet tätige Angestellte, die man schnell ausbilden und in die Verwendung bringen kann. Die können die Vollzugsbeamten kurzfristig entlasten: Für administrative Tätigkeiten, für das Ausfüllen von Listen, für die Eingabe von Daten in irgendwelche Statistiken. Das müssen jetzt alles top ausgebildete Polizisten machen – und das ist nicht notwendig“, kritisiert Rainer Wendt.

    Eine weitere Gefahr sieht der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft in Krankheiten und „innerer Kündigung“ der Beamten:

    „Polizisten sind grundsätzlich sehr pflichtbewusst (…) aber irgendwann fängt die große Demoralisierung an und dann flüchtet sich der eine oder andere — und möglicherweise sogar ganz viele — entweder in die Krankheit oder aber in die innere Kündigung. Dann machen sie nur noch, was ihnen gesagt wird, sind aber nicht mehr mit Leib und Seele bei ihrem dienstlichen Auftrag."

    Die Polizei lebe laut Wendt davon, dass die Beamten „engagiert und wirklich mit Volldampf an ihrer Aufgabe arbeiten. Und das wird gerade systematisch kaputt gemacht.“

    In einigen Dienststellen haben sich laut Angaben der Polizeigewerkschaft Krankmeldungen um bis zu 20 Prozent erhöht. Dies müsse Signal genug sein, damit der Innenminister eingreife und für eine wenigstens kurzfristige Entlastung der Polizeibeamten sorge. Auch für die beschlossenen Planstellen, die eine langfristige Lösung des Problems sein sollten, werde sich die Gewerkschaft weiter einsetzen.

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    Tags:
    Migranten, Deutsche Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, Deutschland
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    Alle Kommentare

    • avatar
      max987654321f
      tja,holt doch ein paar US-Cowboys hier nach Deutschland.
      Da wird dann ganz schnell geschossen ohne vorher zu fragen.
    • Hagbard Celine
      Polizisten, die Strafvereitelung bzw. Straftaten durch Nichtstun begüstigt haben, wie wir es im Falle Köln erleben mussten müssen langjährige Haftstrafen erhalten.

      Ein Polizist der eine Vergewaltigung im Dienst zulässt ist wesentlich härter zu betrafen als der Vergewaltiger selbst !

      Fristlose Kündigung, Sicherungshaft, Prozess, langjährige Haftstrafe, Verlust aller Pensionsansprüche wäre angemessen.

      Wer nicht Polizist sein will oder kann soll es eben sein lassen.

      Überstunden bzw. Berufsstress sind kein Grund schwerste Straftaten zu begehen !!!
    • Ullrich Heinrich
      Der Wendt hat grundsätzlich Recht. Allerdings genügt es nicht, die Bundespolizei zur Erfüllung ihrer eigentlichen Aufgaben zu verstärken. Diese kann bei der Straftatenbekämfpung nur mittelbar oder innerhalb der ihr zugewiesenen Zuständigkeitsbereichen tätig werden.
      Dieser Aufruf ist ebenfalls und nicht weniger dringlich an die Innenminister und -senatoren der Bundesländer zu richten. Schließlich ist es die örtliche Polizei, die als erstes mit diesen Situationen konfrontiert wird.
    • avatar
      A.Winkler
      Mich braucht keiner mehr von den Knaben ansprechen. Ich habe Respekt vor der Person, die dann vor mir stehen würde. Doch nach dem totalen Versagen der staatlichen Ordnungsmacht in Köln, kann ich den Staatsdiener beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen.
    • avatar
      Rainer Wendt hat in zahllosen Fernsehbeiträgen und Interviews auf die herrschenden Missstände hingewiesen!! Man hat ihn sogar ausgelacht und für einen durchgedrehten Übertreiber gehalten. Dass dieser Mann sein Amt noch nicht hingeworfen hat, ist verwunderlich!!
    • altes.fachbuchAntwort anHagbard Celine(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Hagbard Celine,
      hat was!!
      ein beamter verdient seine privilegien durch gefolgschaft zum dienstherren!!
      damit ist alles abgegolten!
    • altes.fachbuchAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      hihardt,
      er ist bezahlter gastredner bei talkshows.
      "Das sind befristet tätige Angestellte, die man schnell ausbilden und in die Verwendung bringen kann. "
      die vorschläge sind egoistisch, asozial - schon die wortwahl (in verwendung) inhuman!!!
      das wunder heißt gier und faulheit gepaart mit der arroganz eines platzhirsches
    • avatar
      ole65
      Es gibz in diesem Staat genügend Beamte die auch für andere Dienste eingesetzt werden können, es besteht schließlich die Pflicht auch einen anderen Arbeitsplatz anzunehmen wenn der Dienstherr das wünscht, es gib Behörden wo selbst die Angestellten nicht wissen zu was sie da sind. Das man Polizisten nicht vom Baum schütteln kann ist klar, deshalb rächt sich nun die Politik der letzten Jahre, aber mal ehrlich was jammern die Polizisten über zu viel arbeit ??? sie haben es so gewollt sage da nur Augen auf bei der Berufswahl !! und richtig ist auch wer Straftaten nicht verhindert obwohl er davon Kentniss hat macht sich strafbar und muss hart bestraft werden !!! Komplette Pensionsstreichung schließlich entlastet das massiv den Steuerzahler denn das bezahlen wir alles mit und unsere Rente müssen wir selber erwirtschaften !!! Und der Spruch Beamte verdienen weniger wie in der freien Wirtschaft ist ja eh nur ein Witz, dort bekommt kein Beamter Mindestlohn !!! in der freien Wirtschaft schon und die müssen arbeiten nicht rumsitzen !!!
    • avatar
      werner 945Antwort anHagbard Celine(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Hagbard Celine, sie sind ja gut, sie fordern Recht und Gerechtigkeit?
      Dazu braucht man erst einmal einen Rechtsstaat!
      Sind wir denn einer ? Bei uns bestimmt im Hintergrund leider die USa!
      Leider !!!!
    • Ich kenne viele Beamte die masive psychologische Probleme haben. Sie wissen das sie gegen Ihren Auftrag verstoßen müssen Ihr Land und seine Bürger vor Schaden zu bewahren. Sie dürfen Ihren gesunden Menschenverstand nicht einsetzen müssen Ihre innere Überzeugung unterdrücken und wissen das sie auf der falschen Seite stehen . Niemand hält diesen inneren Konflikt aus und täglich ist Ihr Leben in Gefahr . Für Kein Geld der Welt würde ich für diese Diktatur arbeiten ,schon garnicht mein Leben riskieren um diese Verhältnisse zu stützen. Ich verstehen jeden Beamten gut der das Handtuch schmeißt denn er macht das Richtige keine Verantwortung für das Unrechts-Regime zu übernehmen.
    • Hagbard Celine
      Recht und Gerechtigkeit (PIS) würde ich sofort wählen, leider ist die Partei auf Polen beschränkt.

      Aber Spass beiseite, wir erinnern uns wie Angela Merkel an die Macht kam:

      "Helmut Kohl hat "der Partei Schaden zugefügt", schrieb Merkel damals in einem Artikel für die FAZ. Es sei nicht hinnehmbar, dass er "in einem rechtswidrigen Vorgang" sein Wort "über Recht und Gesetz" stelle. Für die CDU bedeute das, dass man sich von Kohl lösen müsse.
    • avatar
      klaus.thomsen
      Ich habe mich gestern mit Oberwachtmeister Dimpfelmoser unterhalten: der hat mir das gleiche gesagt. Nach der Sache mit dem Räuber Hotzenplotz (lag hilflos im Spritzenhaus, nur noch mit Unterwäsche bekleidet, in einen Feuerwehrschlauch eingewickelt und mit einem Löscheimer, der über seinen Kopf gestülpt ist, weshalb seine Stimme dumpf und fremd klang) fühlte er sich auch demoralisiert und ausgebrannt, war nicht mehr mit Leib und Seele bei seinem dienstlichen Auftrag!
    • Germane
      Weniger die Polizei - NUR die Politiker, egal welcher Partei, sind überfordert!
    • Germane
      Nun wendet sich Gewerkschaftschef Rainer Wendt direkt an den Innenminister de Mazière: Dieser müsse dafür sorgen, dass die Polizei entlastet wird.
      """""""""Wie soll das denn funktionieren mit Misere?""""""""""""
    • avatar
      Heinrich
      Was wird in diesem Lande nicht systematisch von den Demokraten kaputt gemacht?!
    • Man kann nur hoffen, daß der Chef der Polizeigewerkschaft weiß, daß die Polizei auch nur eine Firma in der Firma BRD ist. Einfach auf : www.upik.de
      Anschliessend diese Nummer 341034236 eingeben und Land wählen. Bundespolizeipräsidium Bundespolizeidirektion Berlin. Sie können auch das Bundeskanzleramt 342914780 eingeben usw. usw. Herr de Maiziere der derzeit die Firma Innenministerium leiten darf, wird sich einen Dreck um die Anliegen eines „Abteilungsleiters“ scheren! Sehr gut konnte man das mitverfolgen was einen Herrn de Maiziere droht, wenn er seine Abteilung nicht so ganz in Griff hat. Man erinnere sich als er „Abteilungsleiter“ der Bundeswehr war. Ob Sachsensumpf, NSA, Euro-Hawk usw. der Typ kann sich alles erlauben er ist eine Persona Grata. Und wenn es zu heiß wird, dann haut der auch ab nach Kanada! Auch in diesem Fall greift die HLKO!
    • Antwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      hertzi50, für Beamte gibt es eine Remonstrationspflicht!
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      Reini
      Wie sagt Mutti immer so schön. WIR schaffen das.
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