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    Türkei zu Flüchtlingshilfe: Drei Milliarden heißt eigentlich fünf – EU lehnt ab

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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Um den Flüchtlingszustrom nach Europa aufhalten zu helfen, fordert Ankara statt der vereinbarten drei Milliarden Euro plötzlich fünf. Die EU will sich Medienberichten zufolge an die frühere Vereinbarung halten.

    Im Kampf gegen die Flüchtlingskrise fordert die Türkei einem Bericht zufolge deutlich mehr Geld von der EU als ursprünglich vereinbart. „Ankara will nun fünf Milliarden Euro haben, wir sind aber nur bereit, die versprochenen drei Milliarden Euro zu geben“, sagte ein hoher EU-Diplomat der „Welt“.

    Die Verhandlungen zwischen Brüssel und Ankara werden zusätzlich durch Ankaras Forderung nach mehr Mitbestimmungsrechte belastet.

    „Die Regierung in der Türkei tut sich sehr schwer damit, zu akzeptieren, dass die Milliardenhilfen für Flüchtlinge nur schrittweise und nach strenger Bedarfsprüfung durch die EU ausgezahlt werden sollen“, hieß es nach Angaben der „Welt“ in Diplomatenkreisen weiter.

    Die Europäische Union setze sich dafür ein, dass das Geld in konkrete Projekte wie den Bau von Schulen fließt. Brüssel wolle die Auszahlungen streng kontrollieren, um zu verhindern, dass die Milliarden in dunklen Kanälen der türkischen Bauwirtschaft versickern und damit nur ein Bruchteil des Geldes bei den Flüchtlingen ankommt.

    Früher hatte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu erklärt, dass die drei Milliarden Euro nur dazu da sind, „den politischen Willen zur Lastenteilung zu zeigen“.
    Laut dem türkischen Ministerpräsidenten ist die aktuelle Migrationskrise ausschließlich das Problem von Europa.

    „Wir exportieren keine Krise, die Krise ist in die Türkei exportiert worden. Jetzt ist es eine europäische Krise geworden“, so Davutoğlu. Niemand könne von der Türkei erwarten, die gesamte Last alleine zu tragen.

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    Flüchtlingskrise, Migranten, Ahmet Davutoğlu, Europäische Union, Türkei