11:07 12 Dezember 2017
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    Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa

    Russisches Außenamt: Lage der Medienfreiheit in der Türkei verschlechtert sich

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    Die Situation mit der Verletzung der Medienfreiheit in der Türkei verschlechtert sich. Moskau ist über die andauernden Festnahmen dortiger Journalisten besorgt, teilte die Sprecherin des Außenministeriums Russlands, Maria Sacharowa, mit. Nach ihren Angaben ist Erdogan persönlich der Antreiber dieser Strafverfolgung türkischer Journalisten.

    „Wir können die sich verschärfende Situation beim Recht auf Medienfreiheit in der Türkei nicht verkennen, übersehen und hintan lassen. Wir können uns nicht mit den andauernden Festnahmen abfinden und nicht über die Verfolgung von Journalisten durch die Strafbehörden hinwegsehen.

    Laut Sacharowa ruft die Beschuldigung von Medienvertretern, Landesverrat begangen zu haben, ernste Besorgnis hervor. Sie waren im November 2015 wegen eines Berichts verhaftet worden, in dem Waffenlieferungen der türkischen Regierung an die (in Russland verbotene) Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Syrien publik gemacht worden war. Die türkische Staatanwaltschaft fordert für sie lebenslange Haft, fügte die Außenamtssprecherin hinzu. „Mit besonderem Bedauern betonen wir, dass der Initiator dieser Strafverfolgung der Präsident der Türkei persönlich ist“, erklärte Sacharowa.

    Dabei ist Russland zufrieden über die Reaktion von internationalen Regierungsorganisationen, des Europarates und der OSZE und zeigt sich solidarisch mit der Weltgemeinschaft, die politisch motivierte Festnahmen von türkischen Journalisten verurteilt.

    Das russische Außenministerium ist weitgehend mit der Äußerung von Nobelpreisträger Orhan Pamuk einverstanden. Der Schriftsteller wirft der Europäischen Union vor, über die Lage der Demokratie in der Türkei hinwegzusehen, weil die Bekämpfung der illegalen Einwanderung der EU die Hände bindet.

     

     

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Erdem Gül, Can Dündar, Orhan Pamuk, Türkei, Moskau
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