12:05 21 Januar 2020
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    Terrororganisation Daesh (307)
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    Daesh-Terroristen deuten die Leitsätze des Korans um, um gutgläubige Muslime als potentielle IS-Anhänger zu gewinnen.

    Das ergab die Studie „Daesh (IS)– Feind des Islams“ der Geistlichen Verwaltung der Muslime Russlands und der Stiftung zur Erforschung von Problemen der Demokratie in Moskau, in der die terroristische Gruppierung aus Sicht des Korans charakterisiert wird.

    Der Stiftungsdirektor Maxim Grigorjew erklärte für Sputnik die Eigenheiten der IS-Propaganda. 

    „Die Terroristen nutzen die Unkenntnis über den Koran und das Unverständnis der Menschen aus“, sagt Grigorjew und nennt als Beispiel Internet-Aufrufe der Terrorgruppe zum Kampf gegen Polytheisten. Die Videos zeigten im Hintergrund russische Soldaten, was viele Menschen als Aufruf zum Kampf gegen die russische Armee verstehen würden. Laut Grigorjew  muss man den Koran gut kennen, um zu wissen, „ dass es hier um die Polytheisten aus Mekka von vor 1300 Jahren geht und dass man orthodoxe Christen nicht als solche Polytheisten betrachten darf.“

    Mit rund 80 Prozent verbreite der sogenannte Islamische Staat (IS, auch Daesh) den Großteil seiner Propaganda völlig unverhüllt über das Internet, unter anderem rufen die Terrormilizen auch dazu auf, sich ihnen anzuschließen. 

    „Heute wird im Namen der Religion ein großes Spiel gespielt, da werden Begriffe und Terminologie völlig verdreht“, sagt Albir Krganow, Mufti von Moskau, Zentralrussland und Tschuwaschien. Die Aufklärungsarbeit müsse darum in verschiedenen Richtungen, darunter auch bei anderen Konfessionen geleistet werden. „Der Welt muss klargemacht werden, dass nicht der Islam das Töten befiehlt, obwohl einige Geistliche von hohen Rednertribünen aus verkünden, dass dem Islam die extremistische Ideologie innewohne“, betonte der Mufti. Wer sich so äußere, unterstütze nur die Terroristen.

    Der Experte für Extremismus-Vorbeugung der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten, Abdulgamid Bulatow, unterstrich demgegenüber das Gefahrenpotential der Terrorgruppierungen. Die heutige Welt habe es mit einem ernsthaften Gegner zu tun, so Bulatow. Leider werde die Menschheit immer wieder von einer Ideologie des totalen Hasses heimgesucht.“ Im 20. Jahrhundert war es der Faschismus, heute ist es der Terrorismus“, sagt Bulatow.

    „Das Problem des Daesh ist nicht das Problem Syriens oder des Iraks, des Nahen oder des Mittleren Ostens“, ist der Extremismus-Experte überzeugt. Ziel der Terrormiliz sei die Schaffung eines weltweiten Kalifats, zu dem auch Russland gehören soll. Dafür seien die Terroristen bereit, „Flüsse von Blut zu vergießen“. Bulatow erinnert an die jüngste Eliminierung von IS-Anhängern in Jekaterinburg und warnt: „Wir müssen uns darüber klar sein, dass wir uns in einem Kriegszustand ohne Frontlinie befinden.“

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    Muslime, Terrormiliz Daesh, Abdulgamid Bulatow, Albir Krganow, Maxim Grigorjew, Irak, Syrien