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13:38 14 Oktober 2019
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    Polizei beim Kölner Karneval

    Kölner Polizei ohne Katerstimmung nach Karneval: Silvester-Übergriffe blieben aus

    © AP Photo / Martin Meissner
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    Die Kölner Polizei hat eine positive Gesamtbilanz des Karnevals gezogen. Wie Polizeisprecherin Daniela Lindemann gegenüber Sputniknews erklärte, hat sich die Einsatztaktik, frühzeitig auf Hinweise und Verdachte zu reagieren, bewährt. Massive Übergriffe wie in der Silvesternacht habe es nicht gegeben.

    „Wir haben eine vorläufige Gesamtbilanz gezogen“, sagte die Polizeisprecherin. Oftmals gebe es noch Tage und Wochen nach dem Karneval Anzeigen, wenn zum Beispiel jemand seine Geldbörse vermisse und einen Diebstahl vermute. Die verstärkte Polizeipräsenz in Folge der Silvesterereignisse habe dazu beigetragen, ebenso das schnelle Eingreifen im Verdachtsfall oder nach Hinweisen auf eine mögliche Straftat. Lindemann zählt dazu auch die Videoüberwachung und die „Ausleuchtung von besonders frequentierten Bereichen“. Dadurch seien einige Straftaten deutlich zurückgegangen, so Raub- und Eigentumsdelikte.

    Die gestiegene Zahl von 66 festgestellten Sexualdelikten beim Kölner Karneval in diesem Jahr (2015: 18) erklärt Lindemann mit dem „veränderten Anzeigeverhalten der Menschen“. „Opfer und Zeugen melden sich schneller bei der Polizei und erstatten Anzeige bei sexuellen Übergriffen.“ Seit Silvester sei immer wieder dazu aufgefordert worden, bei solchen Übergriffen in jedem Fall die Polizei zu rufen und Anzeige zu erstatten. Es habe sich meist um sexuelle Belästigungen oder Beleidigungen gehandelt, so Lindemann, „aber auch einige wenige Delikte, die den Tatbestand der Vergewaltigung erfüllen.“

    Zur Frage nach den Tätern liegen laut der Polizeisprecherin „derzeit keine verwertbaren Aussagen“ vor. Einige Tatverdächtige seien festgenommen worden, bei anderen laufen die Ermittlungen noch weiter. Es handele sich um „unterschiedliche Täterstrukturen“, aber auch um einzelne Straftaten durch Zuwanderer. Massive Übergriffe wie in der Silvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof habe es aber nicht gegeben. Die Polizei führt das auf ihr Einsatzkonzept zurück, ganz konsequent vorzugehen. Und: „Wir haben im Vorfeld ganz deutlich gemacht, dass zu einem friedlichen Karneval jegliche Gewalt nicht passt und keinerlei Straftaten geduldet werden.“ Deshalb sei früh eingeschritten worden, wenn es einen Verdacht oder einen Hinweis auf eine mögliche Straftat gab, erklärte die Sprecherin.

    Das hat nach ihren Worten zu der deutlich höheren Zahl im Vergleich zu 2015 von mehr als 1300 Platzverweisen, mehr als 100 vorläufigen Festnahmen und über 450 in Gewahrsam Genommenen geführt. „Das belegt, dass wir unser Einsatzkonzept ganz konsequent umgesetzt haben.“

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    Polizei, Kölner Karneval, Daniela Lindemann, Köln