Widgets Magazine
21:09 18 August 2019
SNA Radio
    Flüchtlingschaos

    Eurotunnel-Betreiber fordert für Flüchtlingschaos fast 30 Mio. Euro Entschädigung

    © AP Photo / Marko Drobnjakovic
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    Migrationsproblem in Europa (1282)
    10635

    Der Betreiber des Eurotunnels hat sich an die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens mit der Forderung gewandt, wegen des Flüchtlingsansturms 29 Millionen Euro Schadensersatz zu zahlen.

    Im Bahnverkehr war es zu Ausfällen gekommen, weil Flüchtlinge den Eurotunnel und die Züge zu stürmen versuchten, die von der Hafenstadt Calais nach Großbritannien fahren.

    Das Chaos in Calais und die Versuche der Flüchtlinge, den Tunnel und die Züge zu stürmen, sorgten für viele Verspätungen und Ausfälle im Eisenbahnverkehr. Der Betreiber musste die Bereiche um den Tunnel unter Wasser setzen fluten, um den Flüchtlingen die Zugänge zu den Zügen zu versperren.

    Auf Twitter kam es zu Diskussionen darüber, wer die Verluste kompensieren muss. Einige werfen dem Betreiber vor, dass er Tausenden Flüchtlingen die Möglichkeit verschafft habe, nach Großbritannien zu gelangen. Andere meinen, die französischen Behörden seien für die Entstehung dieser Situation an der Grenze verantwortlich.

    Laut Ben Harris-Quinney vom Think Tank „The Bow Group“ trägt der Betreiber keine Verantwortung für die Überwachung der Grenzen:
    „Ich denke, dass die Vertreter des Unternehmens Eurotunnel legitime Gründe dafür haben, eine Entschädigung zu fordern. Die Verantwortung für die Grenzkontrollen wird von Frankreich und Großbritannien getragen. Es gibt ausreichend Beweise dafür, dass beide Länder ihre Verpflichtungen in diesem Bereich vernachlässigt haben. Das Ausmaß des Schadens für das Unternehmen wird anscheinend noch erörtert, doch es liegt auf der Hand, dass der Schutz der Grenzen nicht zu seinen Befugnissen gehört. Seit den letzten sechs Monaten oder noch länger sind Mitarbeiter des Eurotunnels mit dieser Aufgabe häufig überfordert gewesen. Das Unternehmen kümmert sich um den Betrieb.  Es gibt kaum Beweise dafür, dass das Unternehmen Zynismus bei der Lösung der mit den Migranten verbundenen Schwierigkeiten gezeigt hat“, so Harris-Quinney.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1282)

    Zum Thema:

    Athen: Bald Registrierungszentren für Flüchtlinge
    Kein Aufnahmestopp für Flüchtlinge: Türkei hält Grenzen weiter offen
    Österreich will Flüchtlinge aus Ägäis in Türkei zurückschicken
    YouGov-Umfrage: Jeder Vierte würde auf Flüchtlinge schießen lassen
    Tags:
    Flüchtlingsproblem, Großbritannien, Frankreich