04:54 01 Dezember 2020
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    Erst auf den Druck der Medien hin hat die finnische Polizei erklärt, ihre Ermittlungen zu den Sexualdelikten in der Silvesternacht abgeschlossen zu haben. Um zukünftige Untersuchungen zu erleichtern, hat die Polizei zudem eine neue Regelung eingeführt.

    Jetzt können Streifenpolizisten im Fall von Sexualverbrechen an Ort und Stelle Strafzettel verteilen, wie die finnische Zeitung „HBL“ berichtet.

    Die Geschichte mit den Ereignissen in der Silvesternacht werde zunehmend kurioser. Am 1. Januar habe die Polizei erklärt, die Silvesterfeierlichkeiten seien außergewöhnlich ruhig über die Bühne gegangen. Eine Woche später seien jedoch vermehrt Berichte über zahlreiche Fälle sexueller Nötigung aufgetaucht, schreibt die Zeitung.

    Am vergangenen Mittwoch habe die Nachrichtenagentur YLe berichtet, dass alle Ermittlungen zu den Vorfällen restlos eingestellt worden seien, denn die Geschädigten bestünden nicht auf Strafverfolgung und die Täter seien unbekannt. Von der Polizei habe es jedoch keine Mitteilungen über die etwaige Einstellung der Ermittlungen gegeben, obwohl die Ereignisse vorher eine breite Medienresonanz gefunden und die Behörden darüber regelmäßig berichtet haben, so HBL.

    Laut der Nachrichtenagentur sind zahlreiche Anrufe von Journalisten bei der finnischen Polizei eingegangen. Also sei die Behörde gezwungen gewesen, eine Mitteilung herauszugeben. Es seien eine Vergewaltigung, eine versuchte Vergewaltigung und 16 Fälle sexueller Nötigung angezeigt worden, habe es darin geheißen. Gegenwärtig werde nur im Fall der Vergewaltigung ermittelt. Zahlreiche Geschädigte hätten nicht darauf bestanden, dass die Täter bestraft werden sollten. Sie haben lediglich die Behörden informieren wollen, heiße es in der Polizeierklärung, so die Zeitung.

    Der Chef der Polizeibehörde in Helsinki, Lasse Aapio, habe erklärt – so HBL weiter – die Einstellung der Ermittlungen sei nicht mitgeteilt worden, weil dies keine relevante Information darstelle. Zudem habe er gesagt, dass die Streifenpolizisten vor wenigen Wochen das Recht erhalten haben, Strafzettel wegen sexueller Nötigung zu erteilen.

    Der Polizeichef dazu: „Wir versuchten, eine schnelle Lösung für das Problem zu finden. Die Anklageschwelle ist bei Sexualverbrechen recht hoch. Möglicherweise wird die Schwelle herabgesetzt, wenn die Polizei unverzüglich reagieren kann. Zudem sind die Täter dank den Strafzetteln leichter zu identifizieren, was bei einer späteren Anzeige nur schwer möglich ist. Der Streifenpolizist, der den Strafzettel ausschreibt, kann der Geschädigten zudem empfehlen, eine Strafanzeige zu erstatten.“

    Dabei brauche die Streife keine Genehmigung, um jemanden zu bestrafen – die Aussage der Geschädigten genüge völlig, so die Zeitung weiter. Nach Aussage von Lasse Aapio sind die Fälle sexueller Nötigung meist hinreichend offensichtlich.

    Die Frage nach der Anzahl der bereits erteilten Straffzettel und erstatteten Anzeigen habe der Polizeichef unbeantwortet gelassen, schreibt HBL.

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    Tags:
    Polizei, Sex, Lasse Aapio, Finnland