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    „Tortaler Krieg“ gegen AfD: Einsatz von Sahnetorte als „Ultima Ratio“

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    Das Berliner Künstlerkollektiv „Peng!“ hat sich zu der Aktion am Sonntag in Kassel bekannt, bei dem die stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Beatrix von Storch und Arnold Glaser mit Torten beworfen wurden.

    Das Kollektiv, das die Nachricht vom „tortalen Krieg“ via Twitter und Facebook verbreitete, begleitete diese mit einer eigenwilligen Version des Interviews der AfD-Chefin Frauke Petry, mit dem sie jüngst für ein starkes Echo sorgte.  In jenem  Interview bezeichnete Petry Schusswaffengebrauch an den EU-Außengrenzen als Ultima Ratio. Bei „Peng!“ heißt es wörtlich: „Kein Aktivist will einen Politiker torten. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Sahnetorten. Und derzeit ist der Gebrauch von Torten das moralische Gebot der Stunde. Der Tortenwurf ist letztes Mittel am Grenzbaum zur Unmenschlichkeit und dringlichster Ausdruck direkter Demokratie.“  

    Laut Presseberichten soll einer der Tortenwerfer von Konferenzteilnehmern geschlagen und getreten worden sein, anschließend wurde er der Polizei übergeben. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Kassel die Ermittlungen aufgenommen, zu einer Stellungnahme ist man jedoch bisher nicht bereit. Auch die Aktivisten von „Peng!“ möchten sich vorerst auf Mitteilungen via Facebook und Twitter beschränken. Der zunächst festgenommene Tortenwerfer befinde sich wieder auf freiem Fuß und es gehe ihm gut, sagte ein Sprecher des Kollektivs. Die Aktivisten erhielten aber massiv Drohbriefe und seien deshalb zurzeit auf Vorsicht bedacht.

    AfD-Pressesprecher Christian Lüth sieht die Attacke als Teil einer Strategie, um der Alternative für Deutschland  im Wahlkampf Schaden zuzufügen: „Das reiht sich ein in die Serie von Attacken, die wir auf allen Ebenen derzeit erleben, auf Kreisebene, auf Landesebene und auf Bundesebene. Es werden Plakate zerstört, es werden Autos angezündet, es werden Wohnhäuser beschmiert, es werden Gaststätten und Veranstaltungsorte bedroht, in denen wir auftreten wollen. […] Das ist dahingehend traurig, dass sich der politische Gegner mit uns nicht mehr inhaltlich auseinander setzen kann oder möchte, sondern zu Gewalt greift. Das ist nicht akzeptabel.“  

    Deniz Y. Dix, Landesvorsitzender von Die PARTEI Rheinland-Pfalz, findet es schade um die Torte, unterstützt aber grundsätzlich Aktionen gegen die AfD: „Grundsätzlich bin ich für alles zu haben, was die AfD demarkiert, aber es hätte nicht unbedingt eine Torte sein müssen. Vielleicht wäre auch eine benutzte Windel oder sowas möglich gewesen“, sagte er im Telefoninterview mit Sputniknews.

    Interviews: Ilona Pfeffer und Bolle Selke

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    Themen:
    Landtagswahlen im Dreierpack: Supersonntag 2016 (54)
    Tags:
    Partei Alternative für Deutschland (AfD), Arnold Glaser, Beatrix von Storch, Frauke Petry, Deutschland